Gemeindeversammlung “Neue Gottesdienstordnung 2016”

Ergebnisse der Gemeindeversammlung zum Thema: neue Gottesdienstordnung für die Kath. Kirche Ingelheim (KKI)

Mit Beginn des neu­en Schul­jah­res wird in der „Katho­li­schen Kir­che Ingel­heim” eine neue Got­tes­dienst­ord­nung ein­ge­führt, die ein ver­än­der­tes Ange­bot der Eucha­ris­tie­fei­ern in der Pfarr­grup­pe mit sich bringt. Eine Pro­jekt­grup­pe mit Ver­tre­tern aus allen fünf Kirch­or­ten hat­te einen Vor­schlag erar­bei­tet. Die­ser wur­de zunächst in den Pfarr­ge­mein­de­rä­ten dis­ku­tiert, dann vom Seel­sor­ge­rat ver­ab­schie­det und wird nun für ein Jahr getestet.

Am 5. Juli fand im Pfarr­zen­trum St. Pau­lus eine Gemein­de­ver­samm­lung zu dem Vor­ha­ben statt, nach­dem die Neu­ord­nung im Pfarr­brief vor­ge­stellt wor­den war. Hier wur­de den Inter­es­sier­ten aus allen Gemein­de­tei­len die Got­tes­dienst­ord­nung vor­ge­stellt und die Beweg­grün­de für die­se Neu­ord­nung erklärt. Anschlie­ßend konn­ten Fra­gen geklärt wer­den sowie Beden­ken und Anre­gun­gen for­mu­liert wer­den. Dabei flos­sen auch Fra­gen ein, die im Vor­feld an die Haupt­amt­li­chen getra­gen wur­den. Im Fol­gen­den fin­den Sie die wich­tigs­ten Ergeb­nis­se aufgeführt.

Beweggründe für die Neuordnung

Pfar­rer Feu­er­stein stell­te kurz die Beweg­grün­de für die Neu­ord­nung der Eucha­ris­tie­fe­ri­en vor. Zum einen gab es bis­her für knapp 7.300 Katho­li­ken in Ingel­heim acht Mess­fei­ern am Wochen­en­de, die z.T. wenig besucht waren.
Er erklär­te auch, dass es für den zele­brie­ren­den Pries­ter eine lit­ur­gisch-emo­tio­na­le Gren­ze bei wie­der­hol­ten Eucha­ris­tie­fei­ern gibt. Dies bedenkt auch das Kir­chen­recht, das für Pries­ter schon nur ‘in Aus­nah­me­fäl­len’ zwei Mess­fei­ern pro Sonn­tag vorsieht.
Zudem ist auch das wei­te­re Zusam­men­wach­sen der fünf Kirch­or­te ein wich­ti­ger Beweg­grund die Got­tes­dienst­zei­ten der aktu­el­len Situa­ti­on und den Erfor­der­nis­sen der neu­en Pfarr­grup­pe anzupassen.

Die wichtigsten Prinzipien

  • Es sol­len alle fünf Kirch­or­te in den Blick genom­men wenden: 
    • am Wochen­en­de je eine Eucha­ris­tie­fei­er an jedem Kirch­ort (Aus­nah­me: Spor­ken­heim nur 2 x Monat). Monat­li­cher Wech­sel der Got­tes­dienst­zei­ten pro Ort, um eine Ver­tei­lung der ‘belieb­te­ren Zei­ten’ zu ermöglichen.
    • werk­tags jeden Tag eine Eucha­ris­tie­fei­er in der Pfarr­grup­pen den bis­her übli­chen Kirch­or­ten, mitt­wochs in den Altenheimen.
    • an Fei­er­ta­gen in der Regel je eine Fei­er in den Gebie­ten „Ost” und „West”. Aus­nah­me sind die zen­tra­len Fei­ern für die gan­ze Pfarr­grup­pe an Chris­ti Him­mel­fahrt, Fron­leich­nam, Allerheiligen.
  • Die Eucha­ris­tie­fei­ern sol­len im Regel­fall von zwei Pries­tern leist­bar sein, die der Pfarr­grup­pe zuge­spro­chen sind. Das heißt z.B. zwei Mes­sen pro Wochen­en­de pro Per­son. Denn öfters kom­men noch wei­te­re Got­tes­diens­te wie Tau­fen, Andach­ten, etc. hinzu.
  • Ver­tre­tun­gen durch „frem­de” Pries­ter wer­den für die regel­mä­ßig auf­tre­ten­den Aus­nah­men genutzt: Krank­heit, ande­re Ter­mi­ne, Urlaub.

Die wichtigsten Fragen und ihre Antworten

Könnte die Erprobung nicht erst mal auf nur 4 oder 6 Monate beschränkt sein?

Nur so ist ein Durch­lauf durch das gan­ze Kir­chen­jahr (Weih­nach­tens- und Oster­fest­kreis) gewähr­leis­tet. Außer­dem bie­tet sich die Som­mer­pau­se für Ände­run­gen an.

Könnten nicht pensionierte Priester routinemäßig eingesetzt werden?

Es ist schon heu­te schwie­rig, über­haupt Ver­tre­tungs­pries­ter zu fin­den. Zum einen schlie­ßen der­zeit meh­re­re Klös­ter in der Umge­bung. Zum ande­ren wer­den die pen­sio­nier­ten Pfar­rer älter: Pfr. Ger­ber kann aus gesund­heit­li­chen Grün­den nicht mehr kom­men. Pfr. Stop­pel­kamp wohnt nun in Bru­der-Kon­rad-Stift in Mainz und hat dem­nächst kein Auto zur Ver­fü­gung. Pfr. Sohns wird regel­mä­ßig die Eucha­ris­tie­fei­er mon­tags über­neh­men sowie den Gesprächs­got­tes­dienst in St. Pau­lus. Hier ist auch auf die Selbst­ver­pflich­tungs­er­klä­rung der Pries­ter im Bis­tum Mainz hin­zu­wei­sen, nicht im Bereich der letz­ten Stel­le zu woh­nen und zu wir­ken. Ein ent­spre­chen­der Brief von Gene­ral­vi­kar Gie­bel­mann, der Pfr. Sohns dar­um bit­tet, sich aus dem Pfar­rei­all­tag in Ingel­heim her­aus­zu­hal­ten, ist im Früh­jahr die­sen Jah­res zuge­gan­gen. Zudem herrscht in den Nach­bar­pfar­rei­en eben­falls Ver­tre­tungs­be­darf. Ein Besu­cher der Gemein­de­ver­samm­lung berich­tet in die­sem Zusam­men­hang von einer Rege­lung im Bis­tum Trier, wonach ein pen­sio­nier­ter Pries­ter mind. drei Jah­re von sei­ner ehe­ma­li­gen Pfar­rei weg­zie­hen muss.

Ist ein wöchentlicher oder ein monatlicher Wechsel der Sonntagsordnung besser?

Es ist bei­des mach­bar und wur­de auch im Vor­feld dis­ku­tiert. Sowohl die Gre­mi­en als auch die Anwe­sen­den der Gemein­de­ver­samm­lung spra­chen sich ein­deu­tig für den monat­li­chen Rhyth­mus aus.

Könnten Werktagsgottesdienste nicht auch vormittags stattfinden?

Eine auf der Gemein­de­ver­samm­lung dis­ku­tier­te Idee war, die Diens­tags­mes­se im Win­ter­halb­jahr (wg. der frü­hen Dun­kel­heit), wenn sie in der Kir­che St. Remi­gius statt­fin­det, vor­mit­tags z.B. 9 Uhr zu begin­nen. Dies wird auf­ge­grif­fen und geprüft.

Bleiben die Leute nicht weg, wenn Lieblingszeit und ‑Ort wegfallen?

Ja, es ist wahr­schein­lich, dass man­che Gemein­de­mit­glie­der sel­te­ner zu den Got­tes­diens­ten gehen, weil sie ihren Ort und Zeit bevor­zu­gen. Das ist scha­de, aber wir sehen kei­ne ande­re Mög­lich­keit. Sie als Chris­ten in Ingel­heim sind ein­ge­la­den, nun auch ande­re Got­tes­dienst-Orte ken­nen­zu­ler­nen und Ver­traut­heit zu ent­wi­ckeln. Alle Kirch­or­te in der Pfarr­grup­pe sind bar­rie­re­frei und inner­halb der Stadt mit kur­zen Weg­stre­cken erreich­bar – im Unter­schied zu man­chen Gebie­ten auch in unse­rem Bis­tum, wo die Kir­chen 40 km und mehr auseinanderliegen.
Auch neue Zei­ten sind erst unge­wohnt, doch bie­ten sich damit auch neue Gestal­tungs­mög­lich­kei­ten für das Wochen­en­de oder erreicht auch Men­schen, die zu übli­chen Got­tes­dienst­zei­ten arbei­ten. So hat z.B. der Sonn­tags­abend­got­tes­dienst sei­nen eige­nen Cha­rak­ter und wird oft über­re­gio­nal genutzt

Weitere Themen

Erreichbarkeit der Gottesdienste in anderen Stadtteilen

Dis­ku­tiert wur­de, wie Men­schen die Unter­stüt­zung benö­ti­gen ermög­licht wird, auch ent­fern­te­re Got­tes­dienstor­te zu errei­chen. In den Pfarr­ge­mein­de­rä­ten wur­de z.B. bespro­chen, wie Fahr­ge­mein­schaf­ten rea­li­siert wer­den kön­nen. Die Erfah­rung zeigt, dass vor­her aus­ge­leg­te Abfra­ge­lis­ten kaum genutzt wür­den. Wohl auch, weil es man­chen Men­schen schwer fällt, um Hil­fe zu bit­ten. Even­tu­ell könn­te ana­log der ‘Dia­spor­abus­se’ ein fes­tes Fahr­an­ge­bot orga­ni­siert wer­den, zu dem kei­ne Vor­anmel­dung not­wen­dig ist. Die­se Idee wird an die Pfarr­ge­mein­de­rä­te zur Prü­fung wei­ter gegeben.
Vor­ge­schla­gen wur­de auch, die Zei­ten des öffent­li­chen Nah­ver­kehrs zu prü­fen und gege­be­nen­falls Zei­ten von Got­tes­diens­ten anzupassen.

Veröffentlichung / Nachlesbarkeit

Auf­grund der Unre­gel­mä­ßig­kei­ten an Orten und Zei­ten wird es zukünf­tig ver­mehrt not­wen­dig sein, nach­zu­se­hen, wann wo wel­cher Got­tes­dienst statt­fin­det. Bis­her vor­han­de­ne Kom­mu­ni­ka­ti­ons­we­ge sind das in den Kir­chen aus­lie­gen­de aktu­ell, die Tages­pres­se sowie die Home­page www.kath-kirche-ingelheim.de. Es wur­de ange­regt, über einen „News­let­ter aktu­ell” das aktu­ell an Inter­es­sen­ten zu verschicken.

neue Gottesdienstformen

Es gibt in der Pfarr­grup­pe sowohl eine Arbeits­grup­pe, die alter­na­ti­ve Got­tes­dienst­for­men prüft und aus­pro­bie­ren will, die viel­fäl­ti­ge Mög­lich­kei­ten zum gemein­schaft­li­chen Gebet und Lobe Got­tes ermög­li­chen. Eine gan­ze Rei­he aus­ge­bil­de­te Wort­got­tes­fei­er-Beauf­trag­te gewähr­leis­ten Qua­li­tät. Nun sind die Gläu­bi­gen ein­ge­la­den, die Ange­bo­te auch zu nut­zen oder aktiv mit­zu­wir­ken, ger­ne auch am Wochenende.

Charakter der Kirchorte stärken statt „Verbreiung”

In der Gemein­de­ver­samm­lung wur­de betont, dass auf­ge­passt wer­de muss, dass es nicht zu einer „Ver­brei­ung” – im Sin­ne einer Ver­ein­heit­li­chung – der Gemein­den und ihrer Got­tes­diens­te an den ver­schie­de­nen Kirch­or­ten kommt. Ande­re sahen dage­gen die Chan­ce, dass durch die Besin­nung auf Beson­der­hei­ten das eige­ne Pro­fil gestärkt wird. Und letzt­end­lich das Ken­nen­ler­nen der unter­schied­li­chen „Ange­bo­te” und der ande­ren Gemein­den mit ihren Mit­glie­dern auch das katho­li­sche Leben in Ingel­heim brei­ter wird.

Mode­ra­ti­on und Doku­men­ta­ti­on erg­folg­te durch Dr. Ursu­la Stroth, Bischöf­li­ches Ordi­na­ri­at Mainz