Bischof Kohlgraf: Hirtenwort & Videobotschaft zur Adventszeit 2018

1) Brief zur Adventszeit von Bischof Kohlgraf an die Gemeinden im Bistum Mainz
2) Videobotschaft unsres Bischofs zum 1. Advent

Fast zeit­gle­ich sind die bei­den nach­fol­gen­den Medi­en veröf­fentlicht wor­den: Ein Hirten­wort an die Gemein­den im Bis­tum Mainz zur Adventszeit 2018  und  -inhaltlich davn los­gelöst- eine Videobotschaft zum 1. Advent.

Brief zur Adventszeit von Bischof Kohlgraf an die Gemeinden im Bistum Mainz

Bischof Kohlgraf hat ein Hirten­wort an seine Gemein­den im Bis­tum abge­fasst. Er schreibt unter der Über­schrift:
“Herrschaft Gottes begin­nt dort, wo Men­schen sich in den Dienst nehmen lassen für Frieden und Ver­söh­nung”

Brief zur Adventszeit an die Gemein­den im Bis­tum Mainz

Liebe Schwest­ern und Brüder, liebe Gläu­bige im Bis­tum Mainz! Zur Adventszeit 2018 sende ich Ihnen her­zliche Grüße und wün­sche Ihnen allen eine geseg­nete Advents- und Wei­h­nacht­szeit. Beson­ders denke ich an die Men­schen, die durch dun­kle Zeit­en gehen müssen und die Zusage der Liebe Gottes beson­ders brauchen.

Bewegte Monate liegen auch im Bis­tum Mainz hin­ter uns. Ich erin­nere an den Tod und die Beerdi­gung unseres geschätzten Kar­di­nals Karl Lehmann, die viele Men­schen bewegt haben.

In den ver­gan­genen Wochen nun hat das The­ma sex­u­al­isiert­er Gewalt gegen Kinder, Jugendliche und andere Schutzbe­foh­lene auch bei uns im Bis­tum die Aufmerk­samkeit erregt, und die betrof­fe­nen Men­schen haben jedes Recht darauf, dass wir uns ihnen zuwen­den und ihnen so weit wie möglich Gerechtigkeit wider­fahren lassen. Im Bis­tum Mainz begin­nen wir den lan­gen Weg der Aufar­beitung mit den vie­len dazuge­hören­den Gesicht­spunk­ten.

Im Sep­tem­ber habe ich der Diöze­san­ver­samm­lung und danach vie­len anderen Per­so­n­en und Räten erste konkrete Ideen für den weit­eren pas­toralen Weg im Bis­tum Mainz vorgestellt. Im Augen­blick erre­ichen die Koor­di­na­tion­sstelle, die Dr. Wolf­gang Fritzen leit­et, Rück­mel­dun­gen und Fra­gen dazu. In der Osterzeit des kom­menden Jahres wer­den in die Dekanate Auf­gaben gestellt wer­den, um den Weg vor Ort zu gestal­ten. Mir ist es wichtig, dass kirch­lich­es Leben vor Ort möglichst lebendig bleibt, indem Men­schen ihre Beru­fung leben und dem Evan­geli­um Raum geben. Die sich verän­dern­den Rah­menbe­din­gun­gen in der Kirche und in der Gesellschaft stellen uns neu vor die Frage, worin der Auf­trag der Kirche heute beste­ht. Bekom­men die Men­schen von uns, was sie brauchen, brauchen sie, was wir ihnen anbi­eten? – dies müssen wir uns in Zukun­ft immer wieder fra­gen und unsere Ange­bote entsprechend selb­stkri­tisch auf den Prüf­s­tand stellen. Ich habe die Hoff­nung, dass wir in der kom­menden Zeit nicht nur über Struk­turen und Erhalt des Beste­hen­den disku­tieren, son­dern geistliche Sichtweisen und Hal­tun­gen einüben und ver­tiefen. Dazu wollen wir beson­ders die kom­mende Fas­ten­zeit nutzen, und es wer­den konkrete Ideen in die Gemein­den, Ver­bände und andere pas­torale Orte kom­men. Möglichst viele Men­schen sollen an der Gestal­tung der kün­fti­gen Wege beteiligt wer­den. Hierzu wer­den im Augen­blick Ideen entwick­elt. Ich bitte Sie alle, die kom­menden Wege im Ver­trauen auf Gottes Gegen­wart und im Hören auf sein Wort mitzuge­hen.

Im Advent erre­icht uns der Ruf des Propheten Jesa­ja, dem kom­menden Her­rn die Wege zu bere­it­en. Gott selb­st kommt auf uns zu. Mit beein­druck­enden Bildern beschreiben die prophetis­chen Texte, wie durch sein Wirken die Wüste zu blühen begin­nt, wie Feinde zu Fre­un­den wer­den, wie Blinde sehen und Lahme gehen, wie sich alles zum Guten wen­det. Das sind starke Hoff­nungs­bilder, die das Heil nicht auf eine ferne Zukun­ft ver­schieben, son­dern ein­laden, sich dem kom­menden Gott zur Ver­fü­gung zu stellen. Zwar wird durch Gottes Kom­men die Erde jet­zt noch nicht zum Paradies, aber die Herrschaft Gottes begin­nt dort, wo Men­schen sich in den Dienst nehmen lassen für Frieden und Ver­söh­nung, wo neues Leben auf­bricht, wo Men­schen Hoff­nung weck­en und Leben ermöglichen. Ich wün­sche Ihnen allen solche Erfahrun­gen von Leben in der Wüste. Ich wün­sche Ihnen, dass die Advents- und Wei­h­nacht­szeit Ihnen neu die Freude an Gott und sein­er Gegen­wart schenkt.
Gottes Segen für die kom­menden Wochen!

Ihr
+Peter Kohlgraf

Videobotschaft von Bischof Peter Kohlgraf zum 1. Advent

Die nach­fol­gende Videobotschaft ste­ht nicht im Zusam­men­hang mit vorste­hen­dem Hirten­brief. Sie ver­ste­ht sich als eigen­ständi­ger Impuls zum 1. Advent.
Bischof Kohlgraf hat diesen Impuls über­schrieben mit:
“Mut zum Neuan­fang. Impuls zum Advent”

Advent heißt Ankun­ft. Damit das Reich Gottes ankom­men kann, braucht es Mut zum Auf­bruch und Neuan­fang.
Der Hl. Boni­fatius hat­te diesen Mut zum Neuan­fang mehrmals in seinem Leben. Für den Mainz­er Bischof Peter Kohlgraf (-er selb­st ist derr 88. Nach­fol­ger des Hl. Boni­fatius-) ist Boni­fatius deshalb ein Vor­bild im Glauben.
(Für die Botschaft sollte man sich 3:30 Zeit nehmen — und wegen der Dat­en auf eine Verbindung zum heimis­chen WLan acht­en.)