Geschichte zu St. Michael Ober-Ingelheim

Kirchengeschichte der katholischen Gemeinde St. Michael in Ober — Ingelheim

von Wil­helm A. Schön­herr und Peter Schicke

Die Zeit der Reformation

Die Ref­or­ma­tion wurde in Ingel­heim erst 1556 ein­geleit­et und zwar mit der Über­nahme der Regierung in Kurp­falz durch Kur­fürst Otthein­rich (1556–1559), einem engagierten Anhänger der lutherischen Kirchenord­nung, die er in seinen Stamm­fürsten­tümern Neuburg a.D. und Sulzbach schon 1542 vol­l­zo­gen hat­te.In Ingel­heim ging die Ref­or­ma­tion nur zögernd voran. So stellte eine Kirchen­vis­i­ta­tion in der Kurp­falz Ende 1556 fest “Zu Oberingel­heim .… war noch alles papis­tis­cht”. Das lag z.T. an den staat­srechtlichen Ver­hält­nis­sen zur Zeit der Ref­or­ma­tion. Mit der Verpfän­dung des Ingel­heimer Grun­des durch Kaiser Karl IV.(1346–1378) 1375 an Ruprecht III von Kurp­falz (1400–1410) waren die Kur­fürsten zwar Besitzer des Ter­ri­to­ri­ums gewor­den, aber die Ingel­heimer wahrten ihre per­sön­liche Frei­heit, fühlten sich nur dem Reich verpflichtet und sahen Ein­griffe in religiöse Fra­gen nur sehr ungern. Mit dieser Ein­stel­lung fan­den die Ingel­heimer Rück­halt bei der Kirche. Das Patronat­srecht, d.h. das Recht, Kan­di­dat­en zu prüfen und als Pfar­rer zu bestellen, Steuern (Zehn­ten) zu erheben, ver­bun­den mit Pflicht­en der Kirchen- und Gebäude­un­ter­hal­tung, stand dem Dom­s­tift Mainz zu und blieb über die Refor­ma­tion­szeit hin­aus unberührt. Das Domkapi­tel dachte nicht daran, den “alt­gläu­bi­gen” Pfar­rer durch einen refor­ma­torischen zu erset­zen. Dieser hielt Gottes­di­enst zwar nach der neuen kurpfälzis­chen Kirchenord­nung von 1556, jedoch im herkömm­lich aus­ges­tat­teten Kirchen­raum und mit den alten Meßgewän­dern, sodaß die Bevölkerung der Mei­n­ung war, alles sei beim “alten” Glauben geblieben, wie es ihnen der Kur­fürst ver­sprochen hat­te.

Erst Kur­fürst Friedrich 111. (1559–1576) vol­len­dete die Ref­or­ma­tion, erar­beit­ete die “Kurpfälzis­che Kirchenord­nung von 1563” mit dem “Hei­del­berg­er Kat­e­chis­mus” und brach mit der kirch­lichen Ver­gan­gen­heit. 1565, am 13. Mai, besuchte der Kur­fürst den lutherischen Gottes­di­enst in der Kathari­nenkirche zu Oppen­heim, exam­inierte anschließend die Kirchen- und Schul­diener, befand alle Prüflinge als “nicht recht­gläu­big”, schalt sie als “Papis­ten und Werkheilige” und entließ sie aus dem Dienst der Reichsstadt Oppen­heim. Ab 15. Mai begann dann die vom Kur­fürst ange­ord­nete Besei­t­i­gung der “bäb­stis­chen Abgöt­terei”, d.h. die Zer­störung der Altar­bilder, Kruz­i­fixe, Fig­uren, Tauf­steine, Sakra­mentshäuschen, gemal­ten Fen­ster, Meßgewän­der usw. im ganzen Amt Oppen­heim, zu dem auch Ober- und Nieder-Ingel­heim gehörten. In diesem Zusam­men­hang mußten die lutherischen Pfar­rer von Ober- (Pfr. Daniel) und Nieder-Ingel­heim (Pfr. Peter) ihre Stellen aufgeben. Von sechs gottes­di­en­stlichen Stät­ten Ober-Ingel­heims (Pfar­rkirche, Totenkapelle, Kapellen zum Hl. Jus­tus und Hl. Kreuz, Kapellen in den Klöstern Ingel­heimer­hausen (Karmeli­terin­nen) und Engelthal (Zis­terzienserin­nen)) blieb nur die Pfar­rkirche, die heutige Burgkirche erhal­ten. Damit war die Ein­führung der Ref­or­ma­tion die 1556 begonnen hat­te, zum Abschluß gekom­men. Die Reli­gion­swirren waren damit jedoch noch nicht been­det. Weit­ere “Nachre­for­ma­tio­nen” fan­den statt, die mal die lutherische Rich­tung begün­stigten (Kur­fürst Lud­wig VI, 1576–1583), oder die calvin­is­tis­che (Kur­fürst Johann Kasimir, 1583–1592), oder die Union zwis­chen bei­den anstrebte (Kur­fürst Friedrich IV.,1592–1610). Auch das katholis­che Ele­ment war nicht ganz aufge­blendet, durch­zog doch ab 1349 alle sieben Jahre die Karl­swall­fahrt aus dem Südosten des Reich­es nach Aachen durch die Ingel­heimer Gemarkung; auch blieb die Berührung mit katholis­chen Stiften und Klöstern erhal­ten. Fern­er blieben z.T. die Adli­gen, die vornehm­lich in Ober-Ingel­heim wohn­ten, Anhänger der alten Kon­fes­sion und stell­ten mit ihren Bedi­en­steten einen, wenn auch gerin­gen katholis­chen Bevölkerungsan­teil; und, wo eine Hauskapelle vorhan­den, kon­nte die hl. Messe gefeiert wer­den, wenn dies auch öffentlich ver­boten war.

Im 17. Jahrhundert

1620 trat­en zwei Ingel­heim beson­ders berührende Ereignisse ein:

Das kaiser­liche Heer Fer­di­nand II.(1619–1637) besiegt unter Tilly in der Schlacht am weißen Berg den “Win­terkönig” Friedrich V. Kur­fürst von der Pfalz (1610–1620), der geächtet nach Hol­land flieht. Gle­ichzeit­ig rückt ein spanis­ches Heer von den Nieder­lan­den her in der Pfalz ein, um diese der katholis­chen Reli­gion wieder zuzuführen. Alle reformierten Pfar­rer und Lehrer wur­den abge­set­zt.

1630 wurde an kein­er kurpfälzis­chen Pfar­rei mehr evan­ge­lis­ch­er Gottes­di­enst gehal­ten. So wurde und blieb auch Ober-Ingel­heim bis 1632, bis zum Einzug des Schwe­denkönigs Gus­tav Adolf (1611–1632) in Mainz, katholisch. Er stellt 1632 mit Kur­fürst Friedrich V. ein zukun­ftweisendes Kirchen­pro­gramm auf: die Frei­heit der öffentlichen Reli­gion­sausübung sollte den Reformierten, den Luther­an­ern und den Katho­liken zuerkan­nt wer­den. Den­noch mußte der von den Spaniern einge­set­zte katholis­che Pfar­rer von Ober-Ingel­heim, Johann Jakob Knauff, im Feb­ru­ar 1632 nach Kiedrich fliehen. Er wurde dann auf Empfehlung des Junkers Köth von Wan­scheid, bei dem er zeitweilig Zuflucht gefun­den hat­te, Pfar­rer von Hat­ten­heim. 1635 kamen wieder die Kaiser­lichen in die Pfalz. Ein Dekret vom 14.11.1635 ord­nete an, “alle calvin­is­tis­chen und lutherischen Prädikan­ten samt ihren Weibern pp. aus dem Lande zu schaf­fen”. Der reformierte Pfar­rer Niko­laus Tre­vi­ranus ver­ließ 1635 das Land. Das Pfar­rhaus wurde 1636 von den kaiser­lichen Trup­pen geplün­dert und niederge­bran­nt. Allerd­ings baute das Mainz­er Domkapi­tel das Pfar­rhaus 1669–71 wieder auf. Der schöne Bau ste­ht heute noch.

1648 endlich, nach erfol­gtem Friedenss­chluß in Mün­ster (mit Fran­zosen und Osnabrück (mit Schwe­den) wurde die Dul­dung der drei christlichen Beken­nt­nisse (katholisch, lutherisch, reformiert) zum Reich­srecht erhoben. Kur­fürst Karl Lud­wig (1648–1680) ermöglichte den Luther­an­ern und auch den Katho­liken die öffentliche Ausübung ihrer Reli­gion, wenn auch seine beson­dere Für­sorge den Reformierten galt. Darüber hin­aus bemühte er sich um eine Annäherung der drei reich­srechtlich anerkan­nten Kon­fes­sio­nen. Auf Karl-Lud­wig fol­gte Kur­fürst Karl (1680 1685), ein gütiger und auf Aus­gle­ich bedachter Herrsch­er. Er starb kinder­los als let­ztes Glied des reformierten Haus­es Wit­tels­bach — Sim­mern.

Kurp­falz ging unter der Bedin­gung, die Rechte der Reformierten nicht zu schmälern, an Wit­tels­bach — Neuburg über, das 1613 wieder katholisch gewor­den war. Am 15. Okto­ber 1685 erließ Kur­fürst Philipp — Wil­helm (1685–1690) das Reli­gion­spatent, das Reformierte und Luther­an­er gle­ich­stellt und 1686 die Katho­liken mitein­be­zog. Es führte zur Grün­dung ein­er lutherischen Pfar­rei in Ober-Ingel­heim. Auch die Katho­liken began­nen nun, Gemein­de­struk­turen aufzubauen und erhoben Anspruch auf Glock­en­geläut und Kirch­hof­be­nutzung.

Die Sit­u­a­tion der Katho­liken änderte sich, als der franzö­sis­che König Lud­wig XIV. (1643–1715) Erbansprüche auf Kurp­falz gel­tend machte und zu ihrer Durch­set­zung 1688 in die Pfalz ein­fiel. Kur­fürst Johann Wil­helm (1690 — 1716) begann mit Hil­fe der franzö­sis­chen Sol­dat­en seine Unter­ta­nen der katholis­chen Reli­gion zuzuführen. 1692 wurde das Simul­ta­ne­um einge­führt, das bes­timmte, daß die vorhan­de­nen Kirchen den drei zuge­lasse­nen Kon­fes­sio­nen zum gemein­samen Gebrauch offen standen. In Ober-Ingel­heim feierten die Katho­liken im Chor, die Reformierten im Schiff ihre Gottes­di­en­ste. Die Einkün­fte, die bish­er nur den Reformierten zuka­men, erhiel­ten nun die drei christlichen Kon­fes­sio­nen. Ja noch mehr: Reformierte und Luther­an­er mußten die katholis­chen Feiertage mit­bege­hen, sich an Prozes­sio­nen beteili­gen und die katholis­che Erziehung der Kinder aus Mis­chehen zulassen. Es kam zu erhe­blichen Reibereien, beson­ders in Ober-Ingel­heim. Der auf Ver­an­las­sung von König Lud­wig XIV. in Ober-Ingel­heim für den Ingel­heimer Grund angestellte katholis­che Pfar­rer Doppes mußte mancher­lei Anfein­dun­gen der Reformierten ertra­gen, wie es aus einem Beschw­erde­brief Ober-Ingel­heimer Katho­liken her­vorge­ht: Er sei “…geschen­det, geschme­het, einen öffen­lichen War­wolff benahmst…” und bei einem Gottes­di­enst im Freien “… mit spott Undt Honn dem aller­höch­sten gott Undt aller weldt zuwidter aus­ge­höndt verunehrt … ihm den Tod gedro­het…” wor­den. Noch 1693 hiel­ten die Reformierten alle Rat­sher­ren- und Schöf­fen­stüh­le beset­zt und ver­sucht­en die Katho­liken, deren Zahl schon mit 500 angegeben wird, zu vertreiben.

Der Friede zu Rijswijk (1697), der den Pfälz­er Erb­fol­gekrieg been­dete, begün­stigte die Katho­liken, da Artikel IV bes­timmte, daß in allen, vom franzö­sis­chen König Lud­wig XIV. zurück­gegebe­nen Orten der religiöse “sta­tus quo” erhal­ten bleiben solle, ins­beson­dere auch die Kirchen­be­nutzung; und dies unab­hängig von der Zahl der Gläu­bi­gen. Bis dahin waren die Ober-Ingel­heimer Katho­liken zum Gottes­di­enst nach Gau-Algesheim gegan­gen.

Das 18. Jahrhundert

Beschw­er­den der Protes­tanten und Ein­spruch Preußens bewogen den Kur­fürsten zum Ein­lenken und zum Erlaß der Reli­gions­dekla­ra­tion vom 21.11.1705, die den drei Kon­fes­sio­nen “vol­lkommene Gewis­sens­frei­heit” zusicherte. Das Simul­ta­ne­um wurde aufge­hoben, die Protes­tanten nicht mehr zur Teil­nahme an katholis­chen Feierta­gen genötigt und die kirch­lichen Gebäude verteilt. Gemein­schaftliche Benutzung ein­er Kirche blieb sel­tene Aus­nahme und erforderte Abtren­nung durch eine Mauer. Bei der Kirchen­teilung erhiel­ten die Reformierten die größere Kirche, die Katho­liken bzw. Luther­an­er die kleinere. In Nieder-Ingel­heim wurde den Katho­liken die Remigiuskirche, den Reformierten die Saalkirche zugeteilt. In Ober-Ingel­heim erhiel­ten die Reformierten die ehe­ma­lige St. Wig­bertkirche, die heutige Burgkirche. Die Katho­liken mußten also aus der bis dahin simul­tan genutzten “Burgkirche” und dem Pfar­rhaus ausziehen, um in dem ihnen zugewiese­nen Rathaus in der Kirch­gasse ihre Gottes­di­en­ste zu feiern. Der Schu­lun­ter­richt sollte im dazuge­höri­gen Tanzhaus stat­tfind­en.

Nach Über­liefer­ung (Krämer, 1954) erhiel­ten die Katho­liken beim Auszug aus der Reformierten Kirche ein großes, gotis­ches Kreuz, dessen Entste­hung auf die Zeit um 1320 im Köl­ner Raum ange­set­zt wird: ein geschun­den­er Chris­tus am Gabelkreuz. Solche Kreuze wur­den zu Zeit­en der Pest beson­ders verehrt. Die Ver­mu­tung, daß dieses Kreuz aus der Burgkirche stammt, fußt darauf, daß es dort vor der Ref­or­ma­tion einen Heilig-Kreuz-Altar gab. Dieser war samt Pfründe mit Genehmi­gung von Erzbischof Adolf von Mainz 1469 aus der Heilig-Kreuz-Kapelle auf dem West­er­berg nach St. Wig­bert ver­legt wor­den, weil “schwär­mende mainizis­che Haufen” die Gegend außer­halb der Stadt­mauern brand­schatzten. Die an dem Aspisheimer Weg in der Gewann “Im alten Keller” liegende Kapelle war 1420 eingewei­ht wor­den; Wall­fahrten führten auch nach Ver­legung des Altars noch dor­thin.

Der Umzug war durch “hoher Regierungs Decreten” bere­its frühzeit­ig vor­bere­it­et wor­den, heißt es doch in einem Bericht (um 1817), daß “der Platz (1793) zwar ein der gesamten Gemeinde unstrit­tig gehören­der Platz sei, daß (aber) auf diesem Platz das alte Rathaus ges­tanden habe, welch­es schon 1703 vom sein­erzeit­i­gen katholis­chen Schul­meis­ter als Woh­nung und zum “Schule­hal­ten” bezo­gen gewe­sen sei. Dieser hat bis 1737 ungestört dort gewohnt und schul­ge­hal­ten; die Gebäude­un­ter­hal­tung erfol­gte jedoch aus der Gemein­dekasse.”

Pfar­rer Fis­ch­er wider­set­zte sich dem Auszug aus der Burgkirche und schlug die Abmauerung des Chor­raumes vom Kirchen­schiff vor. Die reformierte Gemeinde war damit in kein­er Weise ein­ver­standen und sandte eine Dep­u­ta­tion zur Reli­gion­skom­mis­sion nach Hei­del­berg, die mit dem klaren Bescheid zurück­kam, daß “… auch Cathol. Pas­tori zu befehlen, daß er das Chor oder eißen Git­ter davor öffne und den Schlüs­sel dazu der ref. Gemeinde extradire.” Pfar­rer und Land­dechant Kas­par Wil­helm Fis­ch­er ver­ließ die reformierte Kirche nur mit Wider­stand und unter Gewal­tan­wen­dung. Das geht aus einem Schreiben des Ober­amtes Oppen­heim her­vor, in dem der Ober­schultheiß von OberIngel­heim gefragt wird, ob der Schaden des Dekans Fis­ch­er erlassen oder sonst­wie bezahlt wor­den sei.

Die katholis­che Gemeinde wurde bis 1765 als Fil­iale des Spren­gels Nieder-Ingel­heim im Algesheimer Land­kapi­tel geführt, dessen Dekan Pfar­rer Fis­ch­er mit Amtssitz in Ingel­heim, Belz­er­straße war.

Die nach­fol­gende Tabelle gibt einen Überblick über die dargestell­ten Vorgänge während der Refor­ma­tion­szeit.

Kon­fes­sio­nen in Ingel­heim im 16. — 18. Jahrhun­dert

 

ZeitspanneKatho­likenLuther­an­erReformierteRegierung/Bemerkungen
1517Luther veröf­fentl. 95 The­sen
bis 1556St.Wigbert O.I. /
St. Remigius N.I.
Kf. Friedrich II 1544/56
1556–1565-Ref. Kirchen N. I. + O.I.-Kf.Ottheinrich 1556/59; san­fte Ref.
1565–1576-Ref.Kirchen N.I. + O.I.Kf. Friedrich III 1559/76; radikale Ref.
1576–1583-Ref.Kirchen N.I. + O.I.-Kf. Lud­wig VI 1576/83; Konko­r­di­en­formel
1583–1592--Ref. Kirchen N.I. + O.I.Kf. Johann Kasimir 1583/92
1592–1610-+Ref. Kirchen N.I. + O.I.Kf. Friedrich IV 1592/1610
1610–1620-+Ref. Kirchen N.I. + O.I.Kf. Friedrich V 1610/32
1620–1632St.Remigius N.I. /
St. Wig­bert O.I.
-Kais. Fer­di­nand II 1619/37 + spanisch. Heer
1632–1635++Ref. Kirchen N.I. + O.I.Kg. Gus­tav Adolf + schwed. Heer (relig. Tol­er­anz)
1635–1648St.Remigius N.I. /
St. Wig­bert O.I.
--Kais. Fer­di­nand III 1637/57 + Kaiserl. Heer
1648–1680++Ref. Kirchen N.I. + O.I.Kf. Karl-Lud­wig 1648/80
1680–1685++Ref. Kirchen N.I. + O.I.Kf. Karl 1680/85
1685–1692St.Remigius N.I. /
St. Wig­bert O.I.
Pfar­rei ohne Kirche+Kf. Philipp-Wil­helm1685/90; Rel. Patent
1692–1705St.Remigius N.I. /
St. Wig­bert O.I.
St.Remigius N.I. /
St. Wig­bert O.I.
St.Remigius N.I. /
St. Wig­bert O.I.
Kf. Johann-Wil­helm 1690/1716;
Simul­ta­ne­um + franz. Heer
ab 1705St.Remigius N.I. /
Rathaus O.I.
Saalkirche N.I. /
Reform. Kirche O.I.
Kf. Johann-Wil­helm; Gewis­sens­frei­heit
1710Kirchen­bau O.I. im Neuweg
1722–1765Kirchen­bau 0.I. im Neuweg
1822St. Michael O.I. /
St. Remigius N.I.
Vere­inigte evan­ge­lisch-christliche Kirche (Union)
Saalkirche N.I.
Ref. Kirche O.I.Gr. Hz. Lud­wig II.

Erk­lärung: 0.I. = Ober-Ingel­heim; N.I. = Nieder-Ingel­heim; Ref. Kirchen = die ehe­mals Kath. Kirchen in reformiertem Besitz;

- = Kon­fes­sion ohne Geistlichen und ohne Zulas­sung;

+ = Kon­fes­sion geduldet, aber ohne eige­nen Geistlichen; Kf.. = Kur­fürst von der Pfalz; Kais. = Deutsch­er Kaiser; Kg. (hier) schwedis­ch­er König, Gr.Hz = Großher­zog

 

Grundlage guter Ökumene und Bau der Pfarrkirche St. Michael

Eine Episode blieb der Ver­such des franzö­sis­chen Brigade­gen­er­als Klein­hold, der 1714 mit 70 Drag­onern in Ober-Ingel­heim ein­gerit­ten war, um den katholis­chen Gottes­di­enst in der reformierten Kirche durch eine “Drag­o­nade” wieder herzustellen. Nach vier Wochen zogen die Fran­zosen unver­richteter Dinge wieder ab. Die Zurück­bleiben­den entschuldigten sich gegen­seit­ig mit höflichen Worten und dem Ver­sprechen, gute Fre­und­schaft zu hal­ten.

Das Rathaus als Gottes­di­en­straum war natür­lich nur ein Not­be­helf. So sann man als­bald nach Abhil­fe, sam­melte einen Bau­fonds an, erhoffte sich einige 100 fl aus Holzverkauf vom Ingel­heimer Wald und erstellte einen Bau­plan. Diesen sandte auf Betreiben des Kurpfälzis­chen Land­schreibers der reformierte Inspek­tor Preues mit Anschreiben an die reformierten Pfar­rer der bei­den Ingel­heim zur Erörterung. Die religiösen Span­nun­gen waren zurück­ge­gan­gen, und so half die reformierte Bürg­er­schaft mit Hand- und Span­n­di­en­sten.

Ein undatiert­er Entwurf eines Werkver­trages von 1721 mit den Mau­r­ermeis­tern Peter Lyon und Jakob Eyssen­berg­er blieb erhal­ten. Da heißt es: “…kund und offen­bar zu wis­sen seye hier­mit jed­er­man­niglich, nach­dem wir alhi­er zu Ober-Ingel­heim eine neue catholis­che Kirche aufzubauen resolviert und mit bey­den Mau­r­ermeis­tern im Ingel­heimer Grund Meis­ter Peter Lyon und Jakob Eyssen­berg­er das Mauer­w­erk bedun­gen, wie her­nach fol­gt:

1. Ver­mög des bere­its übergebe­nen Bauw-Riß soll in fun­da­mentem ange­fan­gen und ein Ruth 512 schuhe aus­machen, pro 5 fl. ver­ac­cordiert mit ein­er guten Mauer­er-Arbeit, wovor in allem Mann u. Meis­ter seye mußen, machen und zwar:

2. ein Cas­ten 33 Schue hoch, bre­it und dick, soll befind­en­den ding auff Gutacht­en ver­fer­tigt machen, wie dann

3. mit arbeit sollen sie fördern und nicht aus­set­zen, dar­bey dann allzeit seyn und vor alles sor­gen sollen. … ”

Der Grund­stein zum neuen Gotte­shaus wurde am 1. Mai 1721 im Namen der Heilig­sten Dreifaltigkeit und ihrer Chur­fürstlichen Durch­laucht Carl Philipp durch Hochw. Gnaden Frei­her­rn Got­tfried Lang­w­erth von Sim­mern und den Werk­meis­ter Peter Lyon im Bei­sein von Pfar­rer Johann Erwin Fabri­cius aus Nieder — Ingel­heim und der Gemeinde gelegt. Er befind­et sich in Sand­stein mit Inschrift an der Außen­süd­wand des Chores. Die Inschrift lautet:

ANO 1721 DE ITEN MAI / IST DER ERSTE G. STEIN IM / NAHMEN DER H. DRIFALT= / IGKEIT UND HRO. CHRFUR= /STL. DURCHL.C. P. UNSE= / RS GNDN HERRN, WIE AU= / CH IHRO HOCHW: GNADEN / GOTTO FRDUS LANGWERTH / V. SEIEN GELEGT WOR= / DEN JOH. PETER / LYON MAURER MEISTER

Im Früh­jahr 1722 war der Rohbau bis auf die Wöl­bung des Chores vol­len­det. Eine Ver­mes­sung des Mauer­w­erkes ergab nach ein­er Aufze­ich­nung vom 5. Mai 1722 fol­gende Maße: “die Kirch ist lang vff der sei­th in fun­da­ment 59 Schuh, die andere sei­the 59 Schuh. Die Hof­mauer ist lang in fun­da­ment 43 1/2 Schuh, hoch 5 1/2 Schuh. Die Kirche ist ein ein­fach­er Saal­bau mit einem nach Osten gerichtetem fün­f­seit­i­gen Chor. Nach oben ist sie mit flach­er Decke (aus Holz) abgeschlossen. Zur inneren Ausstat­tung wur­den größere Werk­stücke aus dem 1573 aufgelösten Kloster Engelthal, zwei Frühre­nais­sance — Säulen, und aus der ref. Kirche, zwei Altarsteine und ein Tauf­stein ver­wen­det. Let­ztere verehrten die reformierten Rat­sher­ren auf Bitte des Ober­schultheißen Biebesheimer “auß nach­bar­lichen und mit brüder­lich­er Liebe” der neuen Kirche. Für die kleine und arme Gemeinde war der Kirch­bau mit unsäglichen Mühen und Opfern ver­bun­den. “Die Kirche 1721 von der Catholis­chen gemeind Theilß auf eigen­em, Theilß aus frömbter guth beysteuer (=Zusatzs­teuer der Gemein­demit­glieder) (erbaut), muß auch an gemäuer und in allem von eben dießer cath. gemeind unter­hal­ten wer­den; auch daß (sie) von geistlich­er Admin­is­tra­tion jährlich 12 fl erhält,” lesen wir in der Chronik, und 1771 heißt es: “Das Kirchenäußere ist zwar gut von Mauer­w­erk, hat aber bish­er wegen armuth der gemeind noch nicht kön­nen bewor­fen wer­den, welch­es sehr schädlich. So hat auch die Kirche keinen Thurm, keine Glock­en, son­dern das ziehen zum Gottes­di­enst wird mit einem kleinen glöck­lein, welch­es vor Zeit­en auf der St. Jost, nun auf dem Rathauß getan”. Gemeint ist die Glocke von der Spitalkirche St. Jus­tus in der Rinder­bach. Zu dieser Zeit war die Kirche St. Jus­tus Ruine und das Glöck­lein hing als Schröter­glocke im Rathaus (Schröter sind für den Wein­trans­port priv­i­legierte Fuhrleute, die nach erfol­gtem Wein­verkauf mit­tels der Glocke zwecks Abtrans­port zusam­mengerufen wur­den). Die Glocke der reformierten Kirche durften die Katho­liken zwar zu Trau­un­gen und Beerdi­gun­gen läuten, nicht aber zu ihren reg­ulären Gottes­di­en­sten.

Nach der Fer­tig­stel­lung des Kirchenge­bäudes kon­nte erst nach und nach die Innenausstat­tung beschafft wer­den. Beze­ich­nend für den Geld­man­gel mag sein, daß die Stiftung des Kaiser­lichen Kam­merg­ericht­sasses­sors Frei­herr von Geis­mar in Höhe von 200 Gulden für die Anschaf­fung eines Altars von der Mannheimer Regierung mit dem Vor­be­halt genehmigt wurde, daß das Geld für die Wöl­bung des Chores zu ver­wen­den sei. Der Schenker war mit dieser Umwid­mung nicht ein­ver­standen und hat­te noch weit­ere Wün­sche btr. Erbbe­gräb­nis in der Kirche und Anerken­nung als Reich­srit­ter, worauf sich die Gemeinde nicht ein­lassen kon­nte. 100 bere­its übergebene Gulden wur­den zurück­ver­langt, aber nicht zurück­gegeben. Der Stre­it muß friedlich aus­ge­gan­gen sein, denn schon fünf Jahre später, 1727, schenkt Frau von Geis­mar zu Ober-Ingel­heim (das gotis­che Haus an der Straße zur Burgkirche erin­nert noch heute an sie) der dor­ti­gen katholis­chen Kirche zur heili­gen Dreifaltigkeit Wein- und Geldzin­sen von ihr gehören­den Gütern, die der Kirche jährlich 9 Vier­tel Wein und 10 Gulden 27 Albus ein­bracht­en.

Der Hochal­tar, ein Werk des Mainz­er Schrein­er­meis­ters Wolf­gang Joseph Wieß, neb­st Fig­uren des Mainz­er Bild­hauers Anto­nius Mertz kon­nte erst 1747, also 25 Jahre nach Rohbaufer­tig­stel­lung aufgestellt wer­den. Chris­t­ian Wieß, Schrein­erge­selle und wohl Brud­er des Meis­ters sig­nierte den Drehtaber­nakel 1747. Der Altar kostete 200 fl., die Fig­uren 150 fl. Neun Jahre später, 1755 ließ Mar­sil­ius von Nagel aus Mün­ster i.W., Oberst im Dien­ste der Kurp­falz und Kom­man­deur der mün­ster­ischen Trup­pen, den in Lin­den­holz geschnitzten Hochal­tar durch den Mainz­er Maler Andreas See­land für 300 fl. bunt fassen und z.T. ver­gold­en. Das Wap­pen zwis­chen Kreuzi­gungs- und Dreifaltigkeits­gruppe in Rocaille-Form “Drei Nägel in einem Dorn­strauch”, ist das der Fam­i­lie von Nagel und erin­nert an den Stifter.

Weit­ere Ausstat­tungsstücke der Kirche aus der’ Zeit um 1730 sind die bei­den Nebenaltäre, links zu Ehren der Mut­ter Gottes und rechts der des Kirchen­pa­trons, des heili­gen Erzen­gels Michael. Sie sind in ein­fach­er, aber schmuck­er Barock­form geschaf­fen.

In diesem Zusam­men­hang stifteten die Grafen von Ingel­heim für den St. Michael­saltar eine Michael­stat­ue mit einem Wap­pen­schilde in der Hand, auf dem sich das Wap­pen der­er von Ingel­heim mit dem geschachteten Kreuz, rot — gold in schwarz befand. Lei­der ging diese Fig­ur ver­loren.

An weit­eren Stiftern seien erwäh­nt: von Lang­w­erth, Wei­h­bischof zu Regens­burg, der den Grund­stein gelegt und der Kirche den Weinzins eines Wein­bergs in Lau­ren­z­iberg ges­tiftet hat; Anna Elis­a­beth Char­lotte geh. von Mos­bach zu Lin­den­fels, die einen Speisekelch stiftete und der Ober­schultheiß Biebesheimer, der der Pfar­rei 1 1/4 Ack­er schenk­te, auf dem das Pfar­rhaus gebaut wer­den sollte. Der Bau unterblieb zunächst wegen der hohen Kosten. Vielmehr kaufte die kath. Gemeinde 1765 ein an den Pfar­rgarten von Biebesheimer angren­zen­des Haus als Pfar­rhaus für 1450 Gulden. Um die für diesen Erwerb einge­gan­genen Schulden abtra­gen zu kön­nen, wur­den Bet­tel­briefe ver­schickt, so auch an den Hochge­bore­nen, des heili­gen Römis­chen Reich­es Grafen, den hochge­birthend, gnädi­gen Her­rn Johann Philipp von Ingel­heim, in dem “wir Ober-Ingel­heimer Catholis­che gantz aus­nehmend honer­iren in Betra­ch­tung der noch sicht­baren Merk­male in der ural­ten hiesi­gen rit­ter­schaftlichen, früher katholis­chen, jet­zt aber durch im Jahre 1707 unglück­licher­weise erfol­gte Kirchen­teilung den Reformierten zuge­fal­l­enen Stift­skirche. Wir mußten in jen­em Jahr diese anmutige, zur Andacht anhal­tende und auch mit Ingel­heimer Grab­plat­ten wie auch mit Ingel­heimer Wap­pen verse­henen Altären geschmück­te Kirche unseren Glaubens­geg­n­ern über­lassen; und 15 Jahre lang ohne eigene katholis­che Kirche sein, bis endlich im Jahr 1722 auf Kosten der armen katholis­chen Gemeinde und durch das Beis­teuern gutherziger Wohltäter mit gnädig­ster Erlaub­nis Ihro Chur­fürsten durch­laucht Von der Pfalz ein neues katholis­ches Kirch­lein erbaut wor­den ist. Darin ziert der heilige Erzen­gel Michael, als unser Kirchen­pa­tron mit dem Hochgräflichen Ingel­heimerischen Creutz auf seinem Schild ein Altar­bild, wodurch uns das Andenken an die von Ihren from­men Vor­fahren der katholis­chen Kirche erwiese­nen Wohltat­en an keinem Tag ent­ge­ht” (v. Verf. auf ver­ständlich­es Deutsch gebracht).

Erstaunlich ist in dieser Sit­u­a­tion, daß schon 1751 an die Anschaf­fung ein­er Orgel gedacht wird, die dann auch 1758 von der Fir­ma Gebr. Stumm in Rhaunen/Hunsrück geliefert und einge­baut wurde.

Am 8. Okto­ber 1767 war es endlich so weit: die Kirche, die vorher nur benedi­ziert war, wurde durch den aus Schwaben­heim stam­menden Wei­h­bischof von Mainz, Christoph von Nebel feier­lich eingewei­ht. Der Patron der Kirche ist der hl. Michael, Tit­u­lus der­sel­ben ist die heilig­ste Dreifaltigkeit. Die Kosten der Ein­wei­hung betru­gen 87 fl, 20 1/2 kr, von denen die kath. Bürg­er 41 fl und 28 kr beis­teuerten. Die Aus­la­gen für Blu­men und Essen betru­gen 12 fl und 7 kr.

Das Patronats­fest wird jew­eils am let­zten Son­ntag im Sep­tem­ber gefeiert, das Kirch­wei­h­fest am 2. Son­ntag im Okto­ber.

Der feier­lichen Kirch­enein­wei­hung voraus­ge­gan­gen war im Jahre 1765 die unter der Regierung des Chur­fürsten Carl Theodor von der Pfalz erfol­gte Erhe­bung der Fil­ial-Gemeinde Ober-Ingel­heim zur selb­ständi­gen Pfar­rge­meinde.

Am 24. Mai 1765 wurde der Kaplan Johann Mihm aus Nieder-Ingel­heim als Pfar­rer der “catholis­chen See­len” zu Ober-Ingel­heim einge­set­zt. Er blieb bis 1798 hier Pfar­rer und wurde nach seinem Tode vor dem Hochal­tar beige­set­zt.

Sein Salaria (Gehalt) in Höhe von 200 Gulden, 26 Mal­ter Korn und 6 Ohm Wein erhielt er von der geistlichen Admin­is­tra­tion. Am 22. Sep­tem­ber 1776 — Bericht von Pfar­rer Mihm an die Admin­is­tra­tion in Mannheim — gehörten zu sein­er Pfar­rei:

West­er­häuser Hof des Grafen von Ingel­heim mit 21 Seelen;3/4 Stund

Eulen­müh­le des Her­rn von Ulner mit 10 Seelen;1/2 Stund

Layen­müh­le des Her­rn von Nagel mit 8 Seelen;1/4 Stund

Grießmüh­le des Her­rn von Hor­neck mit 7 Seelen;1/4 Stund

Ins­ge­samt gehörten zur Pfar­rei 481 See­len, 69 mehr als 1765.

Pas­toral ist die zweite Hälfte des 18. Jahrhun­derts im Erzbis­tum Mainz gekennze­ich­net von ratio­nalen, aufk­lärerischen Refor­men. Die barock­über­lade­nen Gottes­di­en­ste wur­den vere­in­facht, der Eucharis­tis­che Segen in der hl. Messe eingedämmt und Prozes­sio­nen begren­zt, berit­tene Prozes­sio­nen wie die zum Lau­ren­z­iberg ganz ver­boten, die Zahl der Feiertage ver­ringert und gelobte Feste und Hagelfeiertage ganz gestrichen. Das 1787 her­aus­gegebene deutschsprachige Gesang­buch wurde vom Volk als “protes­tantisch” ver­schrien und löste den Gesang­buch­stre­it mit der bis­chöflichen Behörde aus.

Die Jesuit­en­feindlichkeit des höheren Klerus wuchs bis zur Aufhe­bung des Ordens 1773. Ander­er­seits wurde stark­er Wert auf car­i­ta­tive Tätigkeit gelegt wie Armen­be­treu­ung und Unter­halt von Hos­pitälern. Auf gle­ich­er Ebene liegt, daß die Anord­nung des Kur­fürsten von der Pfalz, ein Hos­pi­tal zu unter­hal­ten, von der Oberingel­heimer Gemeinde den Katho­liken über­tra­gen wurde, deren Glöck­n­er gle­ichzeit­ig Krankenpfleger war und im Spi­tal in der Rinder­bach­gasse wohnte.

In die Amt­szeit von Pfar­rer Mihm fiel auch der Bau eines Glock­en­türm­chens, eines Dachre­it­ers zur Auf­nahme zweier Glock­en. Dazu heißt es in einem Schreiben des Pfälzis­chen Ober­amt­mannes in Oppen­heim vom 9. Juli 1775: “…Von Ober­amtswe­gen die Genehmi­gung zu der von bei­den Gemein­den Ober- und Nieder-Ingel­heim gemacht­en Schenkung von 60 Eich­stäm­men aus deren sel­bi­gen gemein­er zum … des catholis­chen Glock­en Thurm­baues zu Ober-Ingel­heim ertheilet, will man den Abriß des zu ver­fer­ti­gen­den Thurms mit dem Über­schlag, haubt­säch­lich jenen des Zim­mer­manns über die darzu erforder­liche Anzahl des Holzes und dessen etwaige Dick­ung ein­se­hen, welch ein und anderes die Kirch zu Ober- Ingel­heim anhero einzuschick­en hat.” Die Nach­frage wurde wohl beant­wortet, und so kon­nte am 14. August 1775 mit Dachdeck­er­meis­ter Schreeb aus Nieder-Ingel­heim ein “a Kort” beschlossen wer­den, der Auf­brechen des Daches, den ganzen Turm neu deck­en, mit Blech beschla­gen samt Turmkreuz und Hahn, Alten Turm (-gemeint ist ein Gestell als Hal­terung für eine kleine Glocke-) abbrechen und Loch dauer­haft deck­en, das Kreuz vom Giebel auf die Turm­spitze set­zen und son­stige Dachdeck­er­ar­beit­en bein­hal­tet. Der “a Kort” mit Zim­mer­manns­meis­ter Feil enthielt: neuen Kirch­turm bauen, begin­nend am ersten Köhlge­bälk, kantig oder sech­seck­ig mit Außen­maß neun Schuh, Höhe der Schal­löch­er sechs Schuh, sechs Zoll, mit Bögen und schließlich über der großen Kup­pel noch ein “klein Küp­pelchen mit einem schö­nen Ges­im­slein bis an den Knopp”. Dem Zim­mer­mann mußten alle Mate­ri­alien beschafft wer­den und Hil­fe mit einem Flaschen­zug geleis­tet wer­den. Der Turm­bau kostete 40 Gulden, einen Taler, die aus milden Gaben (Beysteuern) aufge­bracht wur­den. Zwei Glöck­lein, das größere zu 210 Pfund, das kleinere zu 116 Pfund schaffte Frau Dorothea Gehmer, von Geis­marsche Ver­wal­terin, an.

Von den Verän­derun­gen der Gesellschaft und den Wirren im Gefolge der franzö­sis­chen Rev­o­lu­tion scheint die St. Michael-Kirche weniger beein­trächtigt wor­den zu sein, als etwa die Burgkirche, in der die Grab­mäler der Oberingel­heimer Rit­ter ver­stüm­melt, die Adel­swap­pen abgeschla­gen und wertvolle alte Fen­ster zer­stört wor­den sind. Man feierte dort die Göt­tin der Ver­nun­ft. Weiß gek­lei­dete Mäd­chen führten um den Altar einen Tanzreigen auf. Ein Bürg­er sprach als Volk­stri­bun von der Kanzel. Das Ganze wurde als “Ochsen­fest” beze­ich­net.

Bei St. Michael wurde das Pfar­rhaus durch mil­itärische Ein­quartierung und Ver­wen­dung als Lazarett stark her­abgewirtschaftet. Möglicher­weise ist in dieser Zeit die St. Michaels-Fig­ur, die ja auch das Wap­pen der Grafen von Ingel­heim trug, ver­schwun­den; wir wis­sen es nicht.

Mit dem Staatsstre­ich Napoleons und sein­er Erhe­bung zum Ersten Kon­sul set­zte eine Verbesserung der religiösen Ver­hält­nisse ein, freilich ging auch das alte Erzbis­tum Mainz unter. Die Bis­tums­gren­zen wur­den dem neu gebilde­ten franzö­sis­chen Departe­ment “Don­ners­berg” angeglichen. Ober-Ingel­heim selb­st wurde Kan­ton­shaup­tort in diesem Departe­ment.

Aus dieser Zeit stam­men die im Pfar­rar­chiv befind­lichen Anord­nun­gen des aus Straßburg stam­menden, von Napoleon einge­set­zten Bischofs Col­mar, bei Siegen der franzö­sis­chen Armeen die Glock­en zu läuten.

Der Wiener Kon­greß schließlich schlug den linksrheinis­chen Teil des ehe­ma­li­gen Kur­mainz neb­st Ingel­heimer Grund als Prov­inz Rhein­hessen zum Großher­zog­tum Hes­sen — Darm­stadt.

Die Entwick­lung der kath. Gemeinde von Ober-Ingel­heim läßt sich an fol­gen­den Zahlen verdeut­lichen:

JahrAnzahl
169846 + Kinder
1765412
1776481
1836604
1865424
19301100
19691700
und heute1486

Auf­fal­l­end ist der Rück­gang zwis­chen 1836 und 1865. Er beruht auf den im Gefolge der 1848/49er Rev­o­lu­tion ein­herge­hen­den poli­tis­chen und religiösen Erschüt­terun­gen, auch auf der Ablehnung der Heili­grock­ausstel­lung 1848 in Tri­er durch aufgek­lärte Katho­liken. Viel Zulauf erhielt der “deutschkatholis­che”, später “Freire­ligiöse Bewe­gung” genan­nte Zusam­men­schluß aus den evan­ge­lis­chen, katholis­chen und jüdis­chen Reli­gion­s­ge­mein­schaften. Dr. Johannes Mar­tin Mohr, Mit­glied der Frank­furter Nation­alver­samm­lung, war rühriges Mit­glied dieser Bewe­gung.

Eine Errun­gen­schaft der Rev­o­lu­tion von 1848 war die Erkämp­fung des lange ver­weigerten Vere­in­srecht­es. Es kam zum ersten deutschen Katho­liken­tag vom 3. — 6.10.1848 in Mainz, auf dem kirch­liche Frei­heit und Assozi­a­tion­srecht gefordert wur­den. Die Regierung von Hes­sen-Darm­stadt fol­gte dieser Forderung durch entsprechende Geset­zge­bung.

Der von 1875 — 1887 in Deutsch­land geführte Kul­turkampf gegen die katholis­che Kirche führte auch in Ober-Ingel­heim dazu, daß die Gemein­deräte die mit großen Opfern erwor­be­nen und erhal­te­nen Con­fes­sion­ss­chulen 1875 aufhoben und in die Kom­mu­nalschule eingliederten.

1882 wurde die Michal­skirche innen ren­oviert: die Holzdecke, von der an Pfin­g­sten 1880 während der Predigt große Stücke Kalkputz mit Getöse herun­terge­fall­en waren, erhielt eine Putzdecke, der bis dahin mit alten Grab­plat­ten und Stein­plättchen ver­schieden­er “facon” (Chor, Mit­tel­gang) bzw. ange­fault­en Holzdie­len belegte Boden erhielt neuen Plat­ten­be­lag; neue Kirchen­bänke erset­zten die alten, unbe­que­men, nur aus dün­nen Bret­tern zusam­men­ge­nagel­ten; die über dem Marien­al­tar ange­brachte Kanzel wurde aus schwindel­nder Höhe herun­terge­holt, ins Kirchen­schiff ver­legt, mit neuer Treppe verse­hen und mancher­lei überkommen­er Kram ent­fer­nt. Die Kirche wurde innen bunt aus­ge­malt, u.a. mit zwei Engeln links und rechts vom Tri­umpf­bo­gen und dunkel gestrich­en­er Decke. Die Restau­rierung wurde wesentlich von der Gemeinde auf­grund der durch den Kul­turkampf gestiege­nen Opfer­freudigkeit bezahlt.

1891 erhielt die Kirche erst­ma­lig einen Außen­putz. Kreuz und Hahn auf dem Turm wur­den restau­ri­ert, die Fig­ur des “Guten Hirten” angeschafft; sie ste­ht jet­zt im Kirch­garten; im Chor Vorhänge durch bunte Fen­ster erset­zt und der Hochal­tar gestrichen.

1894 wur­den neue (die jet­zi­gen) Beicht­stüh­le in die dafür in die Seit­en­wände gebroch­enen Nis­chen (heute lks. Pieta und re. HI.Josef)gesetzt; der Drehtaber­nakel den kirch­lichen Vorschriften angepaßt.

1895 erset­zte man wegen Unfall­ge­fahr die geschweiften, barock­en Altarstufen durch ger­ade.

Nach­dem am 1.1.1903 die großher­zogliche Regierung in Darm­stadt die Nieder­las­sung von Schwest­ern von der göt­tlichen Vorse­hung zu Mainz genehmigt hat­te, zogen diese am 15.11.1903 in das Wohn­haus von Her­rn Anton Speth im Neuweg ein und grün­de­ten die Ober-Ingel­heimer Schwest­ern­sta­tion. Auf­gabe der Sta­tion war Krankenpflege und Nähunter­richt. Im Dezem­ber 1910 kon­nte die Pfar­rge­meinde die Hofraithe des Her­rn Gaul in der Graben­gasse 25 kaufen, in deren Wohn­haus die Schwest­ern nach entsprechen­dem Umbau am 1. Sep­tem­ber 1910 ein­zo­gen. 1919 wurde die an das Wohn­haus anschließende Scheuer zu zwei Sälen umge­baut und die Betreu­ung von Kleinkindern aufgenom­men; 1936 ein weit­er­er Anbau vol­len­det. An der Sta­tion kamen 4 — 6 Schwest­ern ihren Auf­gaben nach. Noch heute erin­nert die bunte Ver­glasung im Raum der Pfar­rbücherei an die ehe­ma­lige Kapelle der Schwest­ern­sta­tion. Die Nieder­las­sung mußte 1960 wegen Nach­wuchs­man­gels geschlossen wer­den.

1928 erhielt die Kirche drei bunte Fen­ster: im Chor re. zur Erin­nerung an die im 1. Weltkrieg Gefal­l­enen, im Schiff lks. eines mit der Geburt Christi, re. eines mit der Krö­nung Mariens. Fern­er wurde die Kirche neu aus­ge­malt.

1929 wurde eine Heizungsan­lage einge­baut und hierzu der Chor unterkellert.

Der Kirchenkampf der Nation­al­sozial­is­ten zeigte auch bei St. Michael in Ober-Ingel­heim unlieb­sam Vorkomm­nisse. Der erste Kaplan der Gemeinde Karl Franz, von 1928 — 1933 an St. Michael, hat­te sich beson­ders mit Jugen­dar­beit befaßt. Nach einem Stel­len­wech­sel mußte er vor den Nation­al­sozial­is­ten aus Deutsch­land fliehen und lan­dete schließlich als Mis­sion­ar in Brasilien. Vom 10.5.1933 bis zum 1.5.1936 war der Kaplan Dr. Jakob Bergmann zur Unter­stützung des schon alten Pfar­rers Schäfer einge­set­zt. Er hat­te den Rab­bin­er-Vertreter und Lehrer Langstädter aus Ober-Ingel­heim auf dem gemein­samen Heimweg vom Bahn­hof begleit­et. Dabei wurde er pho­togra­phiert. Das Bild erschien im August 1935 im “Stürmer” Nr. 34 mit der Über­schrift: “Rab­bin­er und Kaplan! Nachkom­men der Chris­tus­mörder und Verkün­der des Evan­geli­ums in gle­ich­er Front”. Voraus­ge­gan­gen war ein Besuch des Kaplans bei Her­rn Langstädter, der von “Helden der NS-Bewe­gung” blutig geschla­gen wor­den war. Er wollte ihm seine Anteil­nahme bezeu­gen und ihn wis­sen lassen, daß er diese Bru­tal­ität entsch­ieden verurteile. In Ingel­heim hing die Stürmer-Num­mer mit dem Foto lange Zeit rot umrahmt im Schaukas­ten. Kapl. Bergmann wurde auf der Straße mehrfach angepö­belt, etwa, wenn ein HJ-Junge zum andern sagte: “Grüß den Pfaff doch nicht mit “Heil Hitler”, der ste­ht im Stürmer” oder er auf den Gruß “Guten Abend” die Antwort “Heil Hitler, Pfaff” erhielt. Aber auch Zus­pruch erhielt Bergmann: “Seien Sie stolz darauf, um des Namens Jesu willen erdulde ich Schmach (Apg 5,41). Es ist eine große Zeit und man schämt sich beina­he, noch nicht im Gefäng­nis zu sein.” Im Jan­u­ar 1936 wurde Bergmann tat­säch­lich wegen sein­er Vere­in­sar­beit vorüberge­hend festgenom­men und im Juni mit Unter­richtsver­bot belegt.

Ältere Gemein­demit­glieder erin­nern sich, daß sie auf dem Weg zum Rochus­berg anläßlich der jährlichen Wall­fahrt ‘Spießruten” laufen mußten durch ein Spalier Ingel­heimer Nation­al­sozial­is­ten.

Ein anderes Vorkomm­nis führte sog­ar zu ein­er Beschw­erde des Mainz­er Bischofs Albert Stohr beim Reichsstatthal­ter in Hes­sen. Der Bischof war am 7.10.1935 zur Fir­mung nach Ober-Ingel­heim gekom­men. Zur Zeit des Aben­dessens zog die HJ mit Marschmusik vor das Pfar­rhaus und sang dem Bischof das Ständ­chen: “Es war ein Devisen­schieber, ein Pater und zwei Brüder, eine Nonn war auch dabei”. Abends bei dem Gottes­di­enst zog die HJ mit großem Lärm neun mal um die Kirche und brüllte im Sprech­chor: “HJ führt fort die Rev­o­lu­tion gegen Klassen, Zwi­etra­cht und Kon­fes­sion”, so laut daß sich der Predi­ger auf der Kanzel anstren­gen mußte, um gehört zu wer­den. Sie ver­sucht­en sog­ar, in die Umfriedung der Kirche einzu­drin­gen, wobei sie dem Küster auf die Nase hieben. Eine Kopie des Briefes befind­et sich in den Pfar­rak­ten. Er gipfelt in dem Satz: “Uns ist Gott etwas anderes als Deutsch­land: und hoch über Deutsch­land”; und so sehr wir es bedauern, wenn es so kommt: man kann uns in die Lage brin­gen, daß wir sagen müssen: “Man muß Gott mehr gehorchen, als den Men­schen”. Was diese Erk­lärung an Jam­mer über unser Vater­land brin­gen würde, das fiele nicht zurück auf unser Haupt, son­dern auf diejeni­gen, die mit dem Namen Gottes und Jesu im Munde sich zu kämpfen erdreis­ten gegen Gott und seinen Chris­tus (26.10.1935).

Am 5.10.1936 starb Pfar­rer Schäfer, der die Pfar­rei 28 Jahre, seit 1908 geleit­et hat­te.

Am 1.5.1936 über­nahm Bern­hard Klep­per die Pfar­rver­wal­tung von St. Michael. Am 1.12. wurde er daselb­st neuer Pfar­rer. Kaplan Bergmann war bere­its am 1.5.1936 Pfar­rer in Marien­born gewor­den.

Ältere Oberingel­heimer erin­nern sich an Pfr. Klep­pers Hil­fs­bere­itschaft am Ende des zweit­en Weltkrieges. Als Geistlich­er hat­te er in den ersten Besatzungsmonat­en mit Aus­gangs­beschränkun­gen einen Passier­schein für Nieder- Ingel­heim und über­brachte bei seinen Gän­gen von hier nach dort Nachricht­en. Auch erteilte er während der schul­losen Zeit pri­vat­en Unter­richt.

Vor allem aber fall­en in seine Zeit größere Ren­ovierun­gen der Kirche (1951 Innenanstrich, Ent­fer­nung des Schalldeck­els über Kanzel, 1958 Ren­ovierung des Hochal­tars in den ursprünglichen Zus­tand, 1960 Restau­rierung des Pestkreuzes, 1964 Ent­fer­nung der Kanzel, Anschaf­fung von vier neuen Fen­stern mit Antik­glas im Kirchen­schiff, neue schmiedeeis­erne Kom­mu­nion­bank), die Erweiterung nach West­en, die Ver­größerung der Sakris­tei und der Turm­bau.

Schon vor dem ersten Weltkrieg war ein Kirchen­bau­vere­in zur Errich­tung eines Glock­en­turms gegrün­det wor­den, jedoch macht­en Krieg und Infla­tion den Plan zunichte. Eine Neuau­flage des Vere­ins 1956 führte zum Ziel. Am 3. Mai 1964 fand die Dank­feier der Gemeinde für den vol­len­de­ten Erweiterungs- und Turm­bau statt. Am 28. Mai wur­den die vier für den Turm vorge­se­henen Glock­en in der Glock­engießerei F.W. Schilling, Hei­del­berg gegossen. Eine Amerikanis­che Armee-Ein­heit brachte die Glock­en am 10. Juli nach Ober-Ingel­heim. Domka­pit­u­lar Dr. Ernst Straßer wei­hte die Glock­en am 12. Juli und am 18. Juli 1964 läuteten sie erst­mals den Son­ntag ein. Die Ton­höhe der Glock­en mit ges’, as’, b’, und des” hat­te man auf diejenige des Burgkirchen­geläutes mit b°, des’ und es’ abges­timmt, damit gemein­sames Läuten von Har­monie getra­gen wird; Ein Zeichen auch dafür, daß für die katholis­che und evan­ge­lis­che Kirchenge­meinde das “miteinan­der” und “füreinan­der” bes­tim­mend gewor­den ist.

In die Amt­szeit von Her­rn Pfar­rer Klep­per fiel das Vat­i­canum Il (1962–1965). Es brachte tief­greifende Verän­derun­gen u.a. in Liturgie (Lan­dessprache, Vielfalt der Lesun­gen, Wen­dung zum Volk, Laien­lek­toren und Kom­mu­nion­helfer) und Mitwirkung der Laien an der Pas­toral (Räte vom Pfar­rge­mein­der­at bis zum Zen­tralkomi­tee der Katho­liken). Im Jahr 1968 wurde der erste Pfar­rge­mein­der­at gewählt, Friedrich Eck­es war erster Vor­sitzen­der. Pro­vi­sorisch wurde ein Tisch im Chor­raum aufgestellt, an dem Pfar­rer Klep­per die heilige Messe zum Volk gewandt feierte. Und die Pfar­rmit­teilun­gen wur­den mit Zitat­en aus dem “Hol­ländis­chen Kat­e­chis­mus”, einem in der Kirche noch umstrit­te­nen Glaubens­buch, auf den Punkt gebracht.

Am 1. Sep­tem­ber 1969 trat Pfar­rer Klep­per nach 33-jähriger Tätigkeit in Ober-Ingel­heim in den Ruh­e­s­tand, in einem Fes­takt im Frid­jof-Nansen-Haus von Bis­tum, Stadt und Pfar­rei her­zlichst bedankt. Er zog vorüberge­hend ins All­gäu, kehrte nach Ingel­heim zurück, ver­brachte den Lebens­abend im Monika­heim und starb am 22.11.1979. Er ist auf dem Kirch­hof neben dem Glock­en­turm beerdigt.

Vom 1.9.1969 — 30.1.1972 war Hans-Joachim Berg Pfar­rer von St. Michael. Von 1971 — 1975 tagte die Gemein­same Syn­ode der Bistümer in der Bun­desre­pub­lik Deutsch­land. Pfr. Berg ließ am 25.10. 1970 den Lek­toren­di­enst von Frauen und Män­nern der Gemeinde aufnehmen, an dem sich bish­er 27 Frauen und 28 Män­ner beteiligten.

Mit Wirkung vom 15.4.1972 über­nahm Pfar­rer Rein­hard Geisse St. Michael. Er führte den Dienst der Kom­mu­nion­helferin, des -helfers ein. Erst­mals wur­den Jugendliche durch Laien auf die hl. Fir­mung vor­bere­it­et, die Laien vom Pfar­rer hier­für geschult. Als Mit­glied des diöze­sa­nen Liturgieauss­chuss­es führte Pfr. Geisse die kün­ftig zu sin­gen­den Lieder bei uns ein, als das neue “Gottes­lob” noch auf sich warten ließ. Baulich wurde der Chor­raum liturgiere­for­mgerecht umgestal­tet: die Chor­fläche zum Kirchen­schiff hin vorge­zo­gen und so für den Altar­tisch Platz geschaf­fen. Die Kom­mu­nion­bank wurde ent­fer­nt und ihre schmiedeeis­er­nen Stän­der als Stützen für die mar­morne Altar­tis­ch­plat­te ver­wen­det. Der neue Altar wurde durch unseren Bischof Her­mann Card. Volk am 14.4.1973 eingewei­ht. Zwei weit­ere Stän­der dienen jet­zt als Kon­solen für die Pieta und den hl. Josef in den Wand­nis­chen.

Pfr. Geisse ini­ti­ierte zusam­men mit Her­rn Pfr. v. Put­tkamer (Burgkirche) das öku­menis­che Aufeinan­derzuge­hen mit ein­er Aussprache der Räte von St.Michael und der Burgkirchenge­meinde über die Taufe und set­zte es fort mit den Ökumenischen Som­mer­festen ab 1974.

1974 wurde auch Fräulein Maria Anna Dix, die 40 Jahre lang bei St. Michael als Organ­istin tätig gewe­sen war, feier­lich und mit bis­chöflich­er Dankesurkunde ver­ab­schiedet.

Am 8.11.1975 wurde Lud­wig Lehr aus Ober-Ingel­heim im Mainz­er Dom zum Diakon gewei­ht und nahm seinen Dienst an St. Michael und St. Remigius auf.

Die Reparatur der wertvollen Stumm — Orgel hat Pfar­rer Geisse 1976 auf den Weg gebracht, wenn auch an ihrer Wieder­in­be­trieb­nahme nicht mehr teilgenom­men, da er im Sep­tem­ber 1977 in die Pfar­rei St. Kil­ian in Kos­theim wech­selte.

Am 1. Sept. 1977 über­nahm Pfar­rer Klaus Der­stroff die Leitung der Pfar­rei St. Michael, im Dezem­ber 1979 zusät­zlich die der Pfar­rei St. Remigius in Nieder-Ingel­heim. Zu sein­er Unter­stützung kam zunächst der Priester Clement Ngirikan­wa Obielu aus Nige­ria von 1979 bis 1983, also für vier Jahre zu uns. Er pro­movierte sein­erzeit an der Uni­ver­sität Mainz in The­olo­gie. Er wurde abgelöst von Kpl. Mar­tin Diep­gen (1983–1985), gefol­gt von Kpl. Mar­tin Rohrschür­mann (1985–1987), Kpl. Ger­hard Rufus Rühl (1987–1988) und Kpl. Josef Wor­l­itschek (1988–1989). Auch der neu geschaf­fene Beruf der Gemeinde- und Pas­toral­ref­er­enten bzw. -ref­er­entin­nen wurde zur Ent­las­tung einge­set­zt.

Ein großar­tiges Erleb­nis war der gemein­same, ver­reg­nete Pil­ger­weg der Pfar­rei am 16.11.1980 von Ober-Ingel­heim nach Mainz-Finthen zur Pap­stmesse auf dem Flughafen­gelände.

Pfr. Der­stroff set­zte die öku­menis­chen Bemühun­gen fort (Som­mer­feste) und erweit­erte sie durch gemein­same Bibel­wochen, Andacht­en zur Advent- und Fas­ten­zeit und durch die Beteili­gung an Vor­tragszyklen über St. Hilde­gard (1979) Con­fes­sio Augus­tana (1980), Mar­tin Luther (1983) und Sebas­t­ian Mün­ster (1987), die stadtweites Inter­esse fan­den und an deren Gelin­gen die ev. Pfar­rer Dr. Fel­lech­n­er (Saalkirche), v. Put­tkamer (Burgkirche), Prof. Hilberath (St. Michael), Rek­tor Henn, His­torisch­er Vere­in und Dr. Beck­er (WBZ) beson­deren Anteil hat­ten.

Erhe­blich angewach­sen war inzwis­chen der Sanierungs-, Ren­ovierungs- und Aus­baube­darf an den Gebäu­den der Pfar­rei, den zu beheben Pfar­rer Der­stroff tatkräftig anging. Er wurde dabei unter­stützt durch den Bautrupp, unter Leitung der Ver­wal­tungsrat-Obmän­ner Wal­ter Lauhoff und Karl Hoch, durch Karl­fred Wern­er (Bauauf­sicht), Josef Bor­rmann (Sta­tik) und durch manche andere mehr, sodaß viele Arbeit­en selb­st aus­ge­führt wer­den kon­nten:
1980 Erneuerung der Kirchen­heizung; Neukon­struk­tion
1980–1981 Verbesserung der Raumver­hält­nisse im ehe­ma­li­gen Schwest­ern­haus; Ren­ovierung der Pfar­rbücherei; Her­rich­tung von Grup­pen­räu­men für die Pfar­rju­gend.
1982 Ren­ovierung der Außen­mauern des Kirchen­grund­stück­es; Ren­ovierung des großen Gemein­dekreuzes auf dem Fried­hof
1983 Erneuerung der Bleifas­sung der vier buntver­glas­ten Fen­ster der Kirche.
1984 Großreparatur des Dachre­it­ers auf der Kirche.
1985–1988 Umbau des ehem. Kinder­garten­raumes in einen Pfarrsaal, nach erfol­gter Ver­legung des Kinder­gartens in das städtis­che Gebäude Jus­tus-von-Liebig-Straße (ehe­ma­lige Land­wirtschaftss­chule). Voll­ständi­ge Außen­ren­ovierung des Gebäudes und des Hofes; damit Fer­tig­stel­lung des Pfar­rheimes St. Michael
1985 Ein­bau eines gläser­nen Wind­fangs in der Kirche.
1991–1993 Gesamtren­ovierung der Kirche St. Michael (Trock­en­le­gung der Fun­da-mente, Dachüber­hol­ung, Außen- und Innenanstrich) mit einem Koste­naufwand von ins­ge­samt 472.470 DM. An den Kosten beteiligte sich die Diözese mit 75% der Kosten.

Bei der Innen­ren­ovierung mußte lei­der fest­gestellt wer­den, daß das Pestkreuz aus dem 14 Jahrhun­dert völ­lig durch Holzmehlkäfer aus­ge­höhlt war und in der Kirche nicht mehr erhal­ten wer­den kon­nte. Der Pfar­rge­mein­der­at und der Ver­wal­tungsrat stimmten ein­er Dauer­auslei­he des Werkes an das Diöze­san­mu­se­um zu. Dieses ließ das Kreuz sich­ern und für St. Michael eine Kopie des Kreuzes in bunter, “gotis­ch­er”, ursprünglich­er Fas­sung anfer­ti­gen.

Die Mit­tel für diese Bau­maß­nah­men wur­den zum erhe­blichen Teil durch die Gemeinde aufge­bracht, aber auch von der Diözese bezuschußt. Das somit geschaf­fene Raumpro­gramm ermöglichte eine weit­ere Ent­fal­tung der zahlre­ichen Kreise und Grup­pen der Pfar­rei, wie Pfar­rge­mein­der­at und seine Auss­chüsse für Car­i­tas, Soziales, Senioren, Erwach­se­nen­bil­dung, Besuchs­di­enst, Ökumene; wie Jugendtr­e­ffs und Min­is­tran­ten­stun­den, Frauen­gruppe und Kirchen­chor, und selb­st eines öku­menis­chen Krabbelkreis­es. Für die Vor­bere­itung der Kinder bzw. Jugendlichen auf die 1. hl. Kom­mu­nion und die Fir­mung ist Platz; in der Bücherei wer­den nicht nur Büch­er entliehen; dank Frau Bürg­er wird auch vorge­le­sen.

Erfreulich stimmt in diesem Zusam­men­hang, daß der bere­its seit 1919 beste­hende Pfar­rkinder­garten nicht, wie 1983 zunächst vom bis­chöflichen Ordi­nar­i­at ver­langt, wegen zu geringer Größe und Unwirtschaftlichkeit geschlossen wurde, son­dern in ein von der Stadt zu Ver­fü­gung gestelltes Gebäude (ehem. Land­wirtschaftss­chule) ver­legt und auf eine rentable Größe gebracht wer­den kon­nte. Inzwis­chen wurde der Kinder­garten sog­ar durch eine Kinderkrippe ergänzt, ein Beitrag zur Glaub­würdigkeit der Kirche und ihrem Ein­satz für das Leben.

Am 17. Juli 1993 ver­ab­schiedete sich die Pfar­rge­meinde St. Michael in einem Dankgottes­di­enst und ein­er anschließen­den Feier von Pfar­rer Der­stroff, auf der Ober­bürg­er­meis­ter Vey für die Stadt, Pfar­rer Koelewi­jn für die Burgkirche, für den Dekan Pfr. Jung, Frau Vogels­berg­er für den Pfar­rge­mein­der­at, Herr Hoch für den Ver­wal­tungsrat und andere mehr für die langjährige, segen­sre­ich­er ver­trauensvolle und angenehme Zusam­me­nar­beit dank­ten. Der Kirchen­chor brachte noch ein Abschiedsständ­chen.

Mit dem 1. Sep­tem­ber 1993 über­nahm Herr Kaplan Bernd Weck­w­erth die seel­sorg­erische Betreu­ung der Pfar­reien St.Michael und St. Remigius wahr, seit dem Früh­jahr 1994 ist er Pfar­rer unser­er Gemeinde.

Der im Jahre 1973 gewei­hte “Volk­saltar” wurde durch einen neuen am 22. Novem­ber 1997 durch Domka­pit­u­lar Ernst Kalb gewei­ht­en und kirschholz­far­be­nen Volk­saltar erset­zt, die Pla­nungsar­beit­en erstellte Alois Plum, die Arbeit­en wur­den von der Schreinerei F. L. Dietz, eben­falls Mainz, durchge­führt.

Die Kirche “St. Michael” Ober-Ingelheim

von Peter Schicke

Die Sankt Michael­skirche ist ein Saal­bau mit rechteck­igem, 15x30 m messen­dem Grun­driß. Der Chor­raum ist etwas schmaler als das Schiff und endet nach einem Chor­rechteck mit einem 3/6 Schluß. An die Nord­seite des Chores schließt die Sakris­tei an. Das Kirchen­schiff wurde 1963/64 nach West­en erweit­ert. Der ver­putzte Bruch­stein­bau gliedert sich außen in Sock­el­zone, rauh ver­putzte, durch Pilaster unterteilte Lang­hauswände und das Dach­ges­ims. In die Lang­hauswände sind je drei, in die Chorsüd­wand ein und in den 3/6 Chorschluß zwei Rund­bo­gen­fen­ster eingeschnit­ten. Den mit­tleren Teil des 3/6 Chorschlusses ziert ein Oku­lum. In die Süd­seite des Chores ist auch der Grund­stein einge­fügt.

Ein hohes, schiefergedeck­tes Sat­tel­dach schirmt die Kirche. Über dem Chor läuft es als Walm­dach aus. Acht kleine Dachgauben beleben die Dachflächen. Ein beschei­den­er, sech­seck­iger Dachre­it­er in 3/4 der Kirch­länge nach West­en hin, an Zis­terzienserkirchen erin­nernd, ziert mit sein­er barock­en Haube und den länglichen Schallfen­stern das Gebäude und erin­nert an die Zeit, als hier oben von 1775–1964 zwei Glöck­lein geläutet wur­den.

Heute hän­gen vier große Glock­en in dem südlich der Kirche ste­hen­den Cam­panile von 1964. Sie sind wie fol­gt zu beschreiben:

Glocke 1Ton­höhe:ges ’
Gewicht:831 kg
Durchmess­er:109 cm
Inschrift:In hon­orem Sanc­tis­si­mae Trini­tatis!
Ut omnes unum sint!
(Zu Ehren der Aller­heilig­sten Dreifaltigkeit!
Daß alle eins seien!)
Glocke 2Ton­höhe:as’
Gewicht:586 kg
Durchmess­er:97 cm
Inschrift:In hon­orem beatis­si­mae Vir­gi­nis Mari­ae et orn­ni­um Angelo­rum et omni­um Sanc­to­rum!
Cre­do in com­mu­nionem Sanc­to­rum!
(Zu Ehren der selig­sten Jungfrau Maria und aler Engel und aller Heili­gen!
Ich glaube an die Gemein­schaft der Heili­gen!)
Glocke 3Ton­höhe:b’
Gewicht:502 kg
Durchmess­er:92 cm
Inschrift:In hon­orem Sanc­ti Archangeli Michaelis, patroni huius eccle­si­ae!
Defende nos in proe­lio!
(Zu Ehren des heili­gen Erzen­gels Michael,des Patrons dieser Kirche!
Steh uns bei im Kampf!)
Glocke 4Ton­höhe:des
Gewicht:279 kg
Durchmess­er:76 cm
Inschrift:In hon­orem Sanc­ti Joseph! Ite ad Joseph!
(Zu Ehren des heili­gen Joseph ! Gehet zu Joseph!)

Die Ton­höhe der Glock­en wurde auf diejenige des Geläutes der Burgkirche abges­timmt, die die Töne b°, des’, es’ anschla­gen. Die Har­monie beim gemein­samen Läuten bei­der Kirchen ste­ht sym­bol­isch für das Miteinan­der und Füreinan­der bei­der Gemein­den.

Vom Neuweg herk­om­mend steigt man über 11 Trep­pen­stufen auf einen schmalen Podest und auf die ger­ade auf­steigende, neue West­fas­sade zu. In diese wurde das alte Sand­stein­por­tal in schön­er, klar­er, schlichter Barock­form ein­ge­lassen.

Rechts davon schmückt ein Mosaik­bild des Kirchen­pa­trons, des hl. Michael nach einem Entwurf des Ingel­heimer Kün­stlers Man­fred Wer­mann die neue Fas­sade. Ein zweit­er Ein­gang befind­et sich am west­lichen Ende der Süd­seite gegenüber dem neuen Glock­en­turm, mit dem er durch ein Dach ver­bun­den ist.

Beim Ein­tritt in die Kirche empfängt uns zunächst gedämpftes Licht, das durch die Glaswaben­fen­ster des Erweiterungs­baues ein­fällt. Zwei Rundpfeil­er tra­gen die niedrige Orgelem­pore. Eine ver­putzte Flachdecke schließt den Kirchen­raum nach oben ab. Der Chor ist eingewölbt. Erst wenn man unter der Empore her­vor­tritt, wird der Blick durch den von zwei Wandpfeil­ern getra­ge­nen Tri­umph­bo­gen frei auf den großar­ti­gen, vom Mainz­er Schrein­er­meis­ter Joseph Wolf­gang Wieß in Lin­den­holz gear­beit­eten Hochal­tar.

Zen­traler Blick­fang des Altars ist die lebens­große Kreuzi­gungs­gruppe des Bild­hauers Anto­nius Merz aus Mainz mit Chris­tus, Maria und Johannes. Sie wer­den links und rechts flankiert von den Apos­telfürsten Petrus und Paulus. Darüber thront in der Glo­ri­ole eines Wolkenkranzes über einem Seg­ment­bo­gen, an den Regen­bo­gen als Sym­bol für den Frieden erin­nernd, die Hl. Dreifaltigkeit, hin­ter der das warme Licht des ovalen Fen­sters mit dem sym­bol­haften “Auge Gottes” im Dreieck auf­s­trahlt. Das ganze ist in einen dre­it­eili­gen Auf­bau einge­fügt: Auf ein geschlossenes Sock­elgeschoß mit Durchgän­gen in den Seit­en baut ein hohes Mit­telgeschoß aus Säulen auf, das von einem stark verkröpften Gebälk abgeschlossen wird. Zwis­chen die jew­eils zu zweit hin­tere­inan­der gestaffel­ten, korinthis­chen Säulen sind lebens­große Fig­uren gestellt. Die Basen und Kapitelle der Säulen sowie eine unter dieser ver­laufende Quer­leiste sind in Gold gefaßt und beto­nen dadurch die sehr kun­st­fer­tige Aus­führung des Altars. Das Mit­telfeld wird durch einen Flach­bo­gen abgeschlossen, an dem eine Rokokokar­tusche mit dem Wap­pen der­er von Nagel, des Stifters der Fas­sung, und Jahreszahl 1755 (Jahr der Altar­fas­sung) ange­bracht ist. Ein ger­affter Vorhang klei­det die Rän­der der Mit­tel­nis­che aus. Der das Ober­licht rah­mende Auf­satz wird eben­falls durch Flach­bo­gen und verkröpftes Gebälk abgeschlossen. Außen auf den Gebälkverkröp­fun­gen knien rechts und links von der Hl. Dreifaltigkeit zwei Engel.

Auf dem ins Kirchen­schiff vorge­zo­ge­nen Altar­raum ste­ht der am 22. Novem­ber 1997 durch Domka­pit­u­lar Ernst Kalb gewei­hte und kirschholz­far­be­nen Volk­saltar. Die Pla­nung erstellte Alois Plum, die Arbeit­en wur­den von der Schreinerei F. L. Dietz, eben­falls Mainz, durchge­führt.

Das Innere der Kirche strahlt in den für den barock­en Stil typ­is­chen hellen Far­ben, Ergeb­nis der von dem Diöze­sankon­ser­va­tor Dr. Haus-Jür­gen Kotzur betreuten Ren­ovierung der Kirche in den Jahren 1991–1993.

An der Stirn­seite des Kirchen­schiffes befind­en sich rechts und links je ein ein­fach­er aber schmuck­voller Barock­altar, Nußbaum furniert, aus der Zeit um 1730 zur Ehre der Gottes­mut­ter und des Kirchen­pa­trons. Auf der recht­en Seite vor dem Michael­saltar ste­ht das aus der St. Wig­bert­skirche (heute Burgkirche) stam­mende Tauf­beck­en. An der Nord­wand hängt eine Kopie eines gotis­chen Pestkreuzes aus der Zeit um 1320 in zeit­genös­sis­ch­er Fas­sung. Im Brustko­rb des Orig­i­nals, das sich im Diöze­san­mu­se­um in Mainz befind­et, war eine qua­dratis­che Aus­nehmung ange­bracht zur Auf­nahme eines Kreuz­par­tikels. Es ist dem soge­nan­nten Ungar­nkreuz in der Liebfrauenkirche in Ander­nach, dem Kreuz in St. Maria im Kapi­tol in Köln und dem Kreuz in St. Georg in Köln ver­wandt. Chris­tus ist dargestellt als der geschun­dene, vom Tod geze­ich­nete Schmerzens­mann. Im Elend der Pestzeit­en fan­den die Men­schen Trost bei der Betra­ch­tung der Lei­den des Hei­lands.

In den Nis­chen der Seit­en­wände sind eine Pieta, die Schmerzhafte Mut­ter Gottes (Sig­marin­gen) und ein hl. Josef mit Jesuskind aufgestellt, bei­de stam­men aus der Zeit um 1720. Aus der Barockzeit stammt auch die Fig­ur des hl. Sebas­t­ian auf einem Podest an der Süd­seite. Die Fig­ur des hl. Johannes des Täufers eben­da wurde vom Bild­hauer Otto Kirsch in Gab­sheim aus dem Holz der für den Erweiterungs­bau weichen­den Lin­den geschnitzt, des­gle­ichen der im Jahr 1966 ges­tiftete Kreuzweg, der von Eva Lin­den gefaßt wor­den ist. Auf dem linken Beicht­stuhl im Ver­längerungs­bau ste­ht der hl. Nepo­muk als Patron der Beichtväter. Fern­er find­en wir in den Fen­stern­ischen des neuen Teils Fig­uren von St. Franziskus und St. Anto­nius von Pad­ua, bei­de aus Ton und eben­falls barock.

Die Balustrade der Orgelem­pore und die sie tra­gen­den Säulen sind mar­mori­ert gestrichen, um sie dem barock­en Stil der Kirche anzu­passen. Schmuck­stück der Kirche ist die Orgel aus der Werk­statt der Gebrüder Stumm aus dem Jahre 1758. Die ele­gante Vorder­front aus Eichen­holz mit ver­gold­e­tem Schnitzw­erk hebt sich sehr vorteil­haft vom hell gestrich­enen Hin­ter­grund ab.

Auf dem ehe­ma­li­gen, 1862 geschlosse­nen Kirch­hof befind­en sich noch die Grab­stät­ten der Pfar­rer Schäfer (1919–1936) und Klep­per (1936–1969) und Grab­steine aus früheren Zeit­en. Auf der Nord­seite der Kirche wur­den die zwei aus dem Zis­terzienserk­loster Engelthal stam­menden Säulen mit Bogen aufgestellt, die vor der Kirch­en­er­weiterung ein­mal die Orgelem­pore getra­gen hat­ten. Sie tra­gen die Jahreszahlen der Kloster­aufhe­bung 1573 und der Fer­tig­stel­lung der Orgelem­pore 1753. Als Sinnbild der Him­mel­sp­forte ste­ht im Säu­len­bo­gen auf einem Sock­el die Stat­ue des guten Hirten. Sie zierte vor der Erweiterung die Fas­sade der Kirche.

 

Geschichte der Orgel

von Joachim Müller

Bald nach dem Bau der Kirche (Baube­ginn 1721) dachte die Gemeinde an die Anschaf­fung ein­er Orgel. 1753 wurde die Empore einge­baut und fünf Jahre später (1758) wurde die Orgel aus der Werk­statt der Gebrüder Johann Philipp und Johann Hein­rich Stumm aus Rhaunen-Sulzbach im Hun­srück aufgestellt. Diese Orgel­bauer­fam­i­lie hat sich über sechs Gen­er­a­tio­nen von etwa 1700 bis ins 19. Jahrhun­dert durch solides handw­erk­lich­es und kün­st­lerisches Kön­nen einen berühmten Namen geschaf­fen. Genan­nt seien in der näheren Umge­bung das Orgel­w­erk der benach­barten Burgkirche von 1755 (lei­der ist nur das Gehäuseoberteil orig­i­nal erhal­ten), die Orgeln in Ock­en­heim, Dromer­sheim, Bech­tol­sheim, Geisen­heim (Rhein­gau) und Mainz (St. Ignaz und Augustin­erkirche). Die berühmteste Orgel ste­ht in Amor­bach (Oden­wald) in der Abteikirche.

Die Orgel in Ober-Ingel­heim St. Michael ist ein kleines ein­man­u­aliges Werk mit zwölf Reg­is­tern, die in ihren Kom­bi­na­tion­s­möglichkeit­en jedoch alle wichti­gen Klang­far­ben brin­gen, die ein barock­es Klang­bild braucht. Das Gehäuse ist sehr solide in Eichen­holz gear­beit­et und in drei Rundtürme und zwei Har­fen­felder gegliedert. Ver­gold­ete Schnitzw­erke run­den die sehr ele­gant wirk­ende Vorder­front ab.

Ein­schnei­dende Verän­derun­gen erfuhr das Werk 1905 (wahrschein­lich im Zuge der Elek­tri­fizierung) durch Verän­derung der Reg­is­ter und Umbau des Spieltisches an die Seite. Im Jahre 1976 war durch die Abnutzung des Schlei­fladens das Werk undicht gewor­den, so daß eine umfassende Ren­ovierung auch im Sinne ein­er his­torischen Rekon­struk­tion unumgänglich war (das Trompe­ten­reg­is­ter existierte über­haupt nicht mehr, und das Prinzi­pal­reg­is­ter war nur noch zur Hälfte vorhan­den). Dank der Zuschüsse des Lan­desamtes für Denkmalpflege in Mainz, der Stadt Ingel­heim und der Fir­ma C.H.Boehringer Sohn, sowie der großen Opfer­bere­itschaft der Gemein­demit­glieder von St. Michael und des uner­müdlichen Ein­satzes von Pfar­rer Geisse kon­nte 1976 der Orgel­bau­fir­ma Gebrüder Ober­linger in Windesheim die Restau­ra­tion über­tra­gen wer­den. Am 4. Juni 1978 spielte Prof. Peter A. Stadt­müller zur Ein­wei­hung Werke von Bach, Haydn und Pachel­bel und führte dabei die wiederge­wonnenen klan­glichen Möglichkeit­en des rekon­stru­ierten Instru­mentes vor.

Im Jahre 1997 erfol­gte eine Gen­er­alüber­hol­ung durch die Meis­ter­w­erk­stätte Rain­er Müller (Odernheim/Glan), zahlre­iche Pfeifen wur­den dabei aus­ge­tauscht oder repari­ert, das Klang­bild har­mon­isiert.

 

Kirchenmusik an Sankt Michael in Ober-Ingelheim

Aus der Geschichte des Kirchen­chores
von Peter Schicke und Wil­helm A. Schön­herr

Im Pro­tokoll­buch ist als Grün­dungstag des Katholis­chen Kirchen­chores “Cäcil­ia” der Pfar­rge­meinde St. Michael in Ober-Ingel­heim der 16. Novem­ber 1919 ver­merkt. Kirchen­musik gab es natür­lich schon früher. So ist für 1706, also unmit­tel­bar nach Ein­führung der Reli­gions­frei­heit für Kurp­falz, belegt, daß der Schul­meis­ter Choral sang und 1749 wird der Schul­meis­ter Johann Petrus Müßig (1743–1768) als Chorsänger (Orgelschla­gen) erwäh­nt.

In vie­len katholis­chen Gemein­den Rhein­hessens hat schon im 19. Jahrhun­dert ein Kirchenge­sangvere­in bestanden, der an allen Fest­ta­gen den Gottes­di­enst mit seinen Gesän­gen gestal­tete. Uns ist die Ortschronik von Pfar­rer Joh. Jos. Kinkel (1863–1867) überkom­men, nach der der Lehrer Franz Knab, von 1827 bis 1874 Lehrer an der kath. Schule in Ober-Ingel­heim und seit 3.10.1833 Organ­ist an St. Michael, im Juni 1864 einen Kirchenge­sangvere­in grün­dete, dem Jugendliche und Män­ner zwis­chen acht und dreis­sig Jahren ange­hörten; ältere Män­ner woll­ten nicht zusam­men mit den Jün­geren sin­gen. Der Grün­dung war im sel­ben Jahr das Sin­gen ein­er “Lateinis­chen Mis­sa” voraus­ge­gan­gen, für die die Par­ti­tur der Solostim­men, Sopra­no, Alto, Tenore und Bas­so aus­gewiesen ist.

Dieser Vere­in beschäftigte sich mit der Einübung kirch­lich­er und weltlich­er Lieder; Let­zteres, um für junge Leute eine gewisse Anziehungskraft auszuüben. Darüber­hin­aus sollte der Vere­in kul­tureller Wider­part gegen “Zeit­geist” und “bewaffnete Macht der Rev­o­lu­tion” sein, die in den um die Jahrhun­dert­mitte aufgekomme­nen Schützen-, Fech­tund Turn­vere­inen gese­hen wurde, so die Chronik.

Der Kirchenge­sangvere­in ließ sich erst­mals am Wei­h­nachts­fest 1864 in der Kirche hören (..“wenn auch ein­fach, so doch gut”), und sang am Palm­son­ntag 1865 und 1866 die Pas­sion. Für 1865 sind auch Miet­zahlun­gen für die Chor­proben in der Schule belegt. Aus der Chronikbe­merkung “zum ersten Mal wieder nach einem Viertel­jahrhun­dert” dür­fen wir schließen, daß schon um 1840 Gesang den Gottes­di­enst ver­schonte, wen­ngle­ich fraglich ist, ob dieser durch einen Chor oder einige Kan­toren darge­boten wurde. Let­zteres wäre nicht von der Hand zu weisen, da auf der Abrech­nung von Meßstipen­di­en um 1858 der Ein­satz bezahlter Sänger belegt wird. Am 1.2.1877 starb der ver­di­en­stvolle Lehrer Franz Knab, der 47 Jahre hin­durch mit großer Treue seines Amtes gewartet hat­te.

Vom Kirchenge­sangvere­in ist nun auch nichts mehr in der Chronik zu lesen, und 1888 heißt es, daß er längst aufgelöst ist und der kirch­liche Gesang man­gels beson­der­er Einübung viel zu wün­schen übrig läßt.

Am 19.4.1896 kam es zu ein­er Neu­grün­dung eines Gesangvere­ins “Cäcil­ia” als Zweigvere­in des katholis­chen Män­nervere­ins “Con­stan­tia” im Saale von Gast­wirt Fauth (Ham­mer­gasse), dem nur Her­ren ange­hörten. Chor­leit­er dieser Gesangsvere­ini­gung waren: Lehrer Görtz aus Groß-Win­tern­heim und Lehrer Beichert aus Ober-Ingel­heim .

Dieser neue Gesangvere­in muß wohl schon vor der offiziellen Grün­dung bestanden haben, denn, so lesen wir in den Annalen von 1896, “der Kirchen­chor hat­te es bei fleis­siger Einübung dahin gebracht, daß er Oster­son­ntag sowie am Weißen Son­ntag mehere Theile aus der “Mis­sa von Piel” schön zur Vor­führung brin­gen kon­nte”.

Zur Freude des im Jahre 1919 amtieren­den Pfar­rers Job. Bap­tist Schäfer, schlossen sich nach Ende des ersten Weltkrieges sanges­freudi­ge Frauen und Män­ner zusam­men in der Absicht, den mehrstim­mi­gen Kirchenge­sang zu pfle­gen. Dies führte am 16 Novem­ber 1919 zur Grün­dung des katholis­chen Kirchen­chores “Cäcil­ia”. Erster Chor­leit­er wurde Lehrer Hein­rich Nahm. Zu dieser Grün­dungsver­samm­lung kamen 68 Per­so­n­en zusam­men. Die Statuten, die sich der Vere­in nach einge­hen­der Beratung gab und die viele Ge- und Ver­bote enthiel­ten, wur­den am 18. Jan­u­ar 1920 genehmigt. U.a. mußten die Chor­mit­glieder damals den Chor­leit­er selb­st ent­lohnen.

Der Chor blühte in kurz­er Zeit auf und entwick­elte sich zu einem repräsen­ta­tiv­en Fak­tor in der Kirchenge­meinde. Die Mit­glieder­stärke betrug am 17.3.1920 etwa 143 Per­so­n­en. Der Chor trat bald darauf mit eini­gen Chorälen zur Ver­schönerung der Feier des Gottes­di­en­stes an die Öffentlichkeit. Außer­dem wurde am 8. Feb­ru­ar 1920 erst­mals ein The­at­er­abend mit Chorgesän­gen und Tanzein­la­gen gegeben. Es war auch in jedem Jahr ein Vere­in­saus­flug vorge­se­hen.

Lei­der war, wie die Grün­dun­gen des ver­gan­genen Jahrhun­derts, auch diese, mit viel Enthu­si­as­mus unter­nommene, von kurz­er Dauer.

Schon nach den ersten Höhep­unk­ten wur­den die Streb­samkeit und der Eifer der­art gestört, daß bere­its im April 1921 zwis­chen einem großen Teil des Chores und dem Diri­gen­ten Span­nun­gen ent­standen. Dadurch kam es zu einem Diri­gen­ten­wech­sel. Die musikalis­che Leitung über­nahm der Lehrer Friedrich Jos. Gro­he, der diese am 13.April 1923 eben­falls nieder­legte.

Aus­tritte viel­er inak­tiv­er Mit­glieder, mit deren Beiträ­gen ja u.a. die Chor­leit­er ent­lohnt wur­den, und die gal­lop­pierende Infla­tion, zwan­gen den Chor, seine Tätigkeit einzustellen. So sollte im Juni 1923 eine Chorstunde 2300 Mark oder der Jahres­lohn 6 Ztn. Frucht kosten. Am Schluß der let­zten Gen­er­alver­samm­lung vom 25. Juli 1923 bat Herr Pfar­rer Schäfer mit drin­gen­den Worten, daß alle Mit­glieder mit Ruhe und Beson­nen­heit die weit­ere Entwick­lung abwarten soll­ten. Und man wartete ab bis zum Jahr 1933.

Im Jahre 1933 über­nahm Herr Max Reimann, Musik­lehrer an der Ingel­heimer Realschule (1928–1934), neben sein­er Organ­is­ten­tätigkeit die Leitung des Chores. Es fan­den sich zuerst mehrere sanges­freudi­ge Frauen aus der Jungfrauenkon­gre­ga­tion zusam­men und grün­de­ten erneut den Chor. Mit dieser Lösung gab man sich nicht zufrieden. Ein Jahr später wur­den Her­ren in den Chor aufgenom­men und nach kurz­er Zeit hat­te er einen Mit­glieder­stand von 21 Frauen und 9 Män­nern erre­icht. Max Reimann wurde 1934 vor die Wahl gestellt, sich zwis­chen seinem Haupt­beruf Lehrer und der Neben­tätigkeit in der Kirche zu entschei­den und gab daraufhin die Neben­tätigkeit auf. Fräulein Anna Dix wurde Organ­istin und der kaufm. Angestellte Wil­helm Müller Chor­leit­er.

Der Chor ist bis zum heuti­gen Tage eine zwan­glose Vere­ini­gung, also ohne Vere­insvor­stand und Statuten. Der jew­eilige Diri­gent wird von der Pfar­rei ent­lohnt und von Fre­un­den des Chores unter­stützt. In den dreißiger Jahren wurde gerne gesun­gen und man war mit Ide­al­is­mus bei der Sache. Im Mai 1933 wirk­te der Frauen­chor bei ein­er kirchen­musikalis­chen Andacht inner­halb des Kempter Kirchen­chores mit, dessen Chor­leit­er Herr Reimann eben­falls war.

Trotz der poli­tis­chen Entwick­lung in unserem Vater­land und den Kriegsereignis­sen des Zweit­en Weltkrieges kon­nte die Arbeit des Chores durch die wach­sende Aktiv­ität der Frauen weit­erge­führt wer­den. Als Diri­gen­ten fol­gten auf Her­rn Wil­helm Müller (1934–1936) Herr Wil­helm Phil. Schwarz (1936–1940), Musikdi­rek­tor Johann Deichel­mann (1940–1947), Musik- und Gesangslehrer Karl Jak. Sieben (1947–1949), Musik­stu­dent Hans Gap­pe­nach (1949–1953), Rek­tor Gün­ter Bungert (1953–1984) und ab 1984 Ober­stu­di­en­rat Joachim Müller.

Der Chor machte in den Nachkriegs­jahren gute Fortschritte und stellte sein Kön­nen wieder­holt unter Beweis. So ver­anstal­tete der Chor unter der Führung des Chor­leit­ers Hans Gap­pe­nach im April 1950 ein Volk­slieder­sin­gen mit dem bis zum Jahre 1957 beste­hen­den Kinder­chor.

Im Juni 1950 fol­gte eine kirchen­musikalis­che Andacht “Geistliche Musik des 16. und 17. Jahrhun­derts” u.a. mit Werken von Palest­ri­na, Nani­no, Schütz, Tele­mann, Hän­del und Bach. Schon im Juli 1950 fol­gte eine musikalis­che Feier­stunde zum Gedenken an den 200. Todestag von Joh. Seb. Bach mit mehreren Chorälen. 1951 kam in einem Prim­izhochamt (Gerh. Schön­herr) eine “Mis­sa bre­vis” von W.A. Mozart zur Auf­führung.

Ab 1953, Herr Bungert hat­te die Chor­leitung über­nom­men, find­en wir in den Aufze­ich­nun­gen neben Choralmessen u.a. Werke von J.S. Bach, H. Schütz, J. Pachel­bel, G.F. Hän­del, Orlan­do di Las­so (Mis­sa quin­ti toni), Bruck­n­er (Tan­tum Ergo), Aichinger (Fac­tus est repente), Has­sler (Mis­sa secun­da). Sog­ar eine Kom­po­si­tion des Chor­leit­ers G. Bungert kam zur Urauf­führung (Introi­tus nach Psalm 102). 1969 feierte der Kirchen­chor sein fün­fzigjähriges Beste­hen. Bemerkenswert ist die erst­mals prak­tizierte öku­menis­che Gemein­samkeit aus diesem Anlaß, fand doch das geistliche Konz­ert unter Mitwirkung des evan­ge­lis­chen Kirchen­chores und der kath. Kirchenchöre Bin­gen-Kempten und Bin­gen-Büdesheim in der Burgkirche statt, wobei der Organ­ist der Burgkirche die Orgel schlug.

Zu erwäh­nen sind auch die jährlichen Aus­flüge des Chores in die nähere Umge­bung, ver­bun­den mit Chorge­sang in den Gastkirchen, Besich­ti­gun­gen und fro­her Einkehr.

Lei­der schieden im Laufe der Zeit Chor­mit­glieder wegen Alters oder beru­flich­er Verän­derung aus, ohne daß der Ver­lust erset­zt wer­den kon­nte. 1971 sah sich der Pfar­rge­mein­der­at ver­an­laßt, die Gemeinde zur Mitar­beit im Chor aufzu­rufen, lei­der mit wenig Erfolg.

Im Mai 1974 trafen sich im Rah­men der “Inter­na­tionalen Tage von Ingel­heim” 150 Sän­gerin­nen und Sänger aus Ingel­heim, Gau-Algesheim, Groß-Win­tern­heim und Elsheim zum Region­alsin­gen in St. Michael. Ab 1975 wird in Ober-Ingel­heim das öku­menis­che Som­mer­fest gefeiert, bei dem die Kichenchöre von Burgkirche und St. Michael­skirche gemis­cht auftreten, im Eröff­nungs­gottes­di­enst und manch­mal auch auf dem Fest­platz. Auch bei öku­menis­chen Andacht­en in Advents- und Fas­ten­zeit sin­gen bei­de Chöre gemein­sam.

Ab 1976 feiern die Ingel­heimer Pfar­reien das Fron­le­ich­nams­fest abwech­sel­nd in ein­er der vier Pfar­rkirchen, wobei die Chöre der einzel­nen Pfar­reien gemein­sam auftreten. 1977 san­gen nur noch 5 Damen im Sopran, vier im Alt, drei Her­ren im Bass und ein­er im Tenor; so daß, wie es in der Chronik heißt, um das Weit­erbeste­hen des Chores gefürchtet wer­den mußte.

Am 23. April 1978 feierte der Chor das 25-jährige Dien­stju­biläum von Her­rn Rek­tor Gün­ter Bungert mit einem Fes­tamt, zele­bri­ert vom Diöze­san­präs­es der Kirchenchöre Hans Niklaus.

1982 erfol­gte ein weit­er­er Aufruf zur Mitar­beit im Kirchen­chor.

Am 21.11.1982 ehrte Mon­signore Prof. Niklaus, Mainz, Frau Alfre­da Mey­er für 40 jähriges, Her­rn Josef Hof­mann für 30-jähriges Sin­gen im Kirchen­chor durch Urkun­den; Frau F. Rothkegel, Frau A. Schweikhardt und Herr W. Schön­herr erhiel­ten Dankess­chreiben für ihre langjährige Tätigkeit.

Am 25.9.1983. dem Patronats­fest St. Michael kon­nte das 30-jährige Diri­gen­ten­ju­biläum von Her­rn G. Bungert mit einem Fes­tamt unter Mitwirkung des Binger Basi­li­ka-Chores, gefeiert wer­den. Es wurde eine “Mis­sa bre­vis” von Mozart gesun­gen. Herr Diakon Bumb als Präs­es der Kirchenchöre im Dekanat über­re­ichte die Dankmedaille der Diözese Mainz.

Betrüblich begann das Jahr 1984: am 18. Jan­u­ar willigte Herr Pfar­rer K. Der­stroff in die vorüberge­hende Ein­stel­lung der Chorar­beit wegen Mit­glie­der­man­gels ein und am 19. Jan­u­ar legte Herr G. Bungert das Amt des Diri­gen­ten nieder; eine sicher­lich bit­tere Entschei­dung.

Über die jüng­ste Ver­gan­gen­heit des Chores soll etwas aus­führlich­er berichtet wer­den.

Im Früh­jahr 1984 kon­nte Herr Pfar­rer Der­stroff Her­rn Stu­di­en­rat Joachim Müller, der bere­its als Organ­ist bei uns tätig war, als Chor­leit­er gewin­nen. Am 2. Mai began­nen die Chor­proben, und im Juli fan­den die ersten Auftritte in Gottes­di­en­sten statt. Zum Jahreswech­sel 85/86 san­gen sieben Damen im Sopran, vier im Alt, und jew­eils vier Per­so­n­en im Tenor und Baß. Her­aus­ra­gen­des Ereig­nis im Jahr 1986 war der in St. Michael gefeierte Fest­gottes­di­enst zur dreißig-jähri­gen Part­ner­schaft “Bur­gund — Rhein­land-Pfalz” als Pon­tif­ikalamt mit Bischof Dr. Karl Lehmann und dem Gen­er­alvikar aus Dijon. Ein Instru­mentalkreis spielte zum Einzug die Sin­fo­nia G-dur für Stre­ich­er und Bas­so con­tin­uo von T. Albi­noni, der Chor sang das “Kyrie, Gott Vater in Ewigkeit” von H. Schütz und zur Kom­mu­nion den 2. Teil aus der Kan­tate “Alles was Ihr tut” von D. Bux­te­hude. Unter den Mit­feiern­den war auch der Min­is­ter­präsi­dent Bern­hard Vogel.

Erst­mals an die Öffentlichkeit wandte sich der Chor am 7.12.1986 mit einem Adventskonz­ert unter Mitwirkung von Renate Müller (Sopran) und Ange­li­ka Morschheuser (Alt) und begleit­et durch ein Kam­merorch­ester. Es wur­den Werke von J.S. Bach, G.Ph. Tele­mann, D. Bux­te­hude, R. Deer­ing, G.F. Hän­del zu Gehör gebracht und vom Pub­likum mit Applaus aufgenom­men. Weit­ere Adven­tkonz­erte fol­gten 1987, 1988 und 1991, eben­falls mit barock­en Kom­po­si­tio­nen von T. Albi­noni, D. Speer,
D. Bux­te­hude, J. Ecca­rd, J.D. Zelen­ka, J. Titelouze, H. Schütz, J.S. Bach, J.H. Schein, G. Gabrieli, C.Ph. E. Bach, A. Vival­di, und Joh.Fr. Fasch. Sie wur­den von den Zuhör­ern dankbar aufgenom­men und in der Presse lobend besprochen.

Am 13. Juni 1987 brachte der Chor dem ehe­ma­li­gen Mit­glied, Frau Frie­da Rothkegel ein Ständ­chen zum 80. Geburt­stag dar; ein let­zter Fre­und­schafts­di­enst, denn schon im Juli starb die Senior­in.

Ein Fahrradaus­flug führte den Chor im Sep­tem­ber 1987 nach Kiedrich (Choralamt) und Kloster Eber­bach (Orch­esterkonz­ert).

Im März 1989 besuchte der Chor den Kirchen­chor von Kirch­berg, beteiligte sich am Gottes­di­enst mit dem Kyrie aus der Messe in C, No.7 von Charles Goun­od, und war bis in den Nach­mit­tag gesel­lig mit den Kirch­berg­ern zusam­men. Es fol­gte ein Gegenbe­such der Kirch­berg­er in Ingel­heim. Bei all diesen nach außen gerichteten Aktiv­itäten wurde der eigene Gottes­di­enst nicht ver­nach­läs­sigt. Außer den Gottes­di­en­sten an hohen Feierta­gen wur­den übers Jahr hin Son­ntagsmessen, ins­beson­dere in der Advents- und Fas­ten­zeit, gestal­tet. Erwäh­nt sei die Messe in C, “Aux Chapelles” von Charles Goun­od, die mehrfach ganz oder in Teilen gesun­gen wurde.

Am 27. Jan­u­ar 1990 meldete sich der Chor wiederum mit einem Konz­ert mit Werken von G.F. Hän­del und J.S. Bach und am 16. Sep­tem­ber mit ein­er konz­er­tan­ten Ves­per, mit Psalmen und Mag­ni­fi­cat (Albi­noni, Tele­mann, Zelen­ka, Vival­di und Durante).

Im Juni 1992 war der Chor wiederum nach Kirch­berg ein­ge­laden, dies­mal zur Feier des 300-jähri­gen Beste­hens des dor­ti­gen Chores.

Am 23.12.92 wurde Anna Schweikhardt, Chor­mit­glied seit 1933, zu ihrem 80. Geburt­stag mit einem Ständ­chen geehrt.

1992 wurde die St. Michael­skirche innen ren­oviert, sodaß Kirchen­musik mehrere Monate nicht möglich war. Der Fest­gottes­di­enst zur Wieder­eröff­nung der Kirche am 20.12.92 wurde vom Chor mit der bere­its erwäh­n­ten Messe von Ch. Goun­od gestal­tet und der Freude über die gelun­gene Restau­ra­tion in einem Fes­tkonz­ert am 9.Mai 1993 vor über­füll­tem Gotte­shaus Aus­druck gegeben mit fol­gen­dem Pro­gramm: Kan­tate Nr. 100 von J.S. Bach “Was Gott tut, das ist wohlge­tan”, dem Con­cer­to a-moll F VIII Nr. 2 von A. Vival­di und der Großen Cre­domesse, KV 257 für Soli, Chor und Orch­ester von W.A. Mozart. Es war eine großar­tige Auf­führung.

Im Laufe der let­zten zehn Jahre kon­nte der Chor, nicht zulet­zt durch den Ein­druck der öffentlichen Konz­erte, der gesun­genen Werke und des musikpäd­a­gogis­chen Tal­entes von Joachim Müller seinen Mit­glieder­stand erhöhen. Z.Zt sin­gen: Sopran: 13 Damen, Alt: 9 Damen, Tenor: 7 Per­so­n­en, Bass: 4 Her­ren.

Herr Pfar­rer Klaus Der­stroff hat die Tätigkeit des Chores wohlwol­lend beobachtet, ermunternd unter­stützt und dem Diri­gen­ten freie Hand gelassen bei der Gestal­tung der Pro­gramme. Hier­für dank­te ihm der Chor durch einen Beitrag zum Abschieds­gottes­di­enst am 17. Juli 1993 und ein vier­stim­miges Abschiedsständ­chen bei der anschließen­den Feier, Herr Pfar­rer Der­stroff über­nahm zum 1. August eine neue Auf­gabe in Michel­stadt, Oden­wald.

 

Anhang:

Katholische Geistliche in Ober-Ingelheim seit dem Religionspatent Kurfürst Philipp-Wilhelms von 1685

1. Während der Zeit des Simul­ta­ne­ums in der Reformierten Kirche

1690–1694Doppes (oder Dep­pus)
1693–1707Döp­pel (oder Dip­pel), Hein­rich; auch f. Ingelh. Grund
1702–1707Fis­ch­er, Cas­par Wil­helm; Dekan
-1703Wolff, Johann Georg, Sacel­lan

2. Während der Zeit als Fil­iale von Sankt Remigius, Nieder-Ingel­heim

1707–1719Kroll, Kas­par; Land­dechant
ab 1717Spring, Anto­nius, Kaplan
1717–1737Fabri­cius, Erwin Johann
1737–1740Ham­mer, Andreas; baute die Remigiuskirche
1740–1765Förschter, Johann Friedrich
1758–1760Bay­er, Kaplan
1761–1763Rohde, Kaplan
1764–1765Mihm, Johannes, Kaplan

3. Seit Erhe­bung von St. Michael zur selb­ständi­gen Pfar­rei

 

1765–1798Mihm, Johannes; baute die St. Michael­skirche
1798–1805Kein Pfar­rer; Ver­wal­tung von St. Remigius
1805–1808Moli­nari, Joseph
1808–1817Diehl, Wil­helm
1817–1824Kein Pfar­rer; Ver­wal­tung von St. Remigius
1824–1826Bau­mann, Peter Joseph
1829–1839Wie­gant, Dr. Franz
1839–1841Kein Pfar­rer, Kärcher als Pfar­rver­weser
1841–1847Kräck­ler, Hein­rich
1847–1859Weiss, Friedrich
1859–1862Bock, Joseph; erst Pfar­rver­wal­ter dann Pfar­rer
1862–1863Kein Pfar­rer, Molthan Pfar­rver­wal­ter
1863–1867Kinkel, Johann Joseph; schrieb Ortschronik
1867–1869Kos­er, Peter
1869–1887Kuhn, Anton
1887–1897Schäfer, Kas­par
1897Daus, Math­aeus, Pfar­rver­wal­ter 15.9.–20.10.97
1897–1908Koch, Philip Math­ias
1908Lakom­sky, Pfar­rver­wal­ter Juli-Dezem­ber 1908
1908–1936Schäfer, Johann Bap­tist
1928–1933Franz, Karl, Kaplan
1933–1936Bergmann, Dr. Jakob, Kaplan
1936–1969Klep­per, Bern­hard; erweit­erte die St. Michael­skirche 1964
1969–1972Berg, Hans-Joachim
1972–1977Geisse, Rein­hard
1975–2005Lehr, Lud­wig, Diakon
1977–1993Der­stroff, Niko­laus, Geistlich­er Ratanschl. nach Michel­stadt und Viel­brunn Oden­wald)
1979–1983Obielu, Clement Ngirikan­wa, KaplanPriester in der Diözese Orlu, Nige­ria
1983–1985Diep­gen, Mar­tin, Kaplan
1985–1987Rohrschür­mann, Mar­tin, Kaplan
1987–1988Rühl, Ger­hard Rufus, Kaplan
1988–1989Wor­l­itschek, Josef, Kaplan
1993–1994Kein Pfar­rer; Sohns, Hel­mut, Pfar­rver­wal­ter,
1993–07/2008Weck­w­erth, Bernd, Kaplan, ab 1994 Pfar­reranschl. nach Ock­stadt und Ros­bach
05/2006–06/2007Fuchs, Her­mannanschl. als Pfar­rer nach Bin­gen-Kempten und Bin­gen-Gaulsheim
08/2007–08/2014Schäfer, Tobiasanschl als Propst nach Dom St. Peter, Worms
05/2009–06/2012 Pater Johannes Kleene (OP) (Dominikan­erk­loster Mainz), Kaplananschl. als Pfar­rer nach Darm­stadt, Liebfrauen
 08/2012-Feuer­stein, Chris­t­ian, Kaplan, ab 09/2014 Pfar­rer
05/2015-Dannhäuser, Markus. Diakon im Zivil­beruf
06/2015–05/2016Busch, Johannes
Diakon im Prak­tikum
Priester­wei­he 02. 07. 2016.
anschl. als Kaplan in den Pfar­reien­ver­bund Gießen

4. Bil­dung eines Pfar­reien­ver­bun­des Katholis­che Kirche Ingel­heim (KKI)

 

08/2012-Feuer­stein, Chris­t­ian, lei­t­en­der Pfar­rer
05/2015-Dannhäuser, Markus. Diakon im Zivil­beruf
06/2015–05/2016Busch, Johannes
Diakon im Prak­tikum
Priester­wei­he 02. 07. 2016.
anschl. als Kaplan in den Pfar­reien­ver­bund Gießen
01/2016-
12/2016
Pater George Arul Jeganathan
Pfar­rer
ab 01.01.2017 als Pfar­rvikar in die PG Lindenfels/Fürth im Oden­wald
09/2016-Lang, Sebas­t­ian
Kaplan

 

Dirigenten

1919 — 1921Lehrer Hein­rich Nahm
1921 — 1923Lehrer Friedrich Jos. Grobe
1933 — 1934Musik­lehrer Max Reimann
1934 — 1936Kaufm. Angestell­ter Wil­helm Müller
1936 — 1940Lehrer Wil­helm Philipp Schwarz
1940 — 1947Musikdi­rek­tor Johann Deichel­mann
1947 — 1949Musik- und Gesangslehrer Karl Jakob Sieben
1949 — 1953Musik­stu­dent Hans Gap­pe­nach, jet­zt Ober­stu­di­en­rat
1953 — 1984Hauptlehrer Gün­ter Bungert
1984 — 31.03.1999Ober­stu­di­en­rat Joachim Müller
01.04.1999 — 03.2006Jörg Erd­mann
03.2006 — 12.2006Johannes Püschel
07.02.2007 — 24.12.2008Georgiy Strilet­zkiy
25.12.2008 — heuteOber­stu­di­en­rat Joachim Müller

 

Organisten

-1932Lehrer Hein­rich Nahm
1932 — 1934Musik­lehrer Max Reimann
1934 — 1974Fräulein Anna Maria Dix
1974 — 30.06.1999Ober­stu­di­en­rat Joachim Müller
01.07.1999 -

 

Vorsitzende und Sprecher des Kirchenchores

16. XI. — 19. XI. 1919Wein­händler Friedrich Müller
14. XII. 1919 — 16. 1. 1920Wein­händler Job. Bap­tist Gey­er
18. I. 1920 — 1923Buch­binder Joh. Müller
1934 — 1968 Notari­ats­bürovorste­her August Beck­er
1968 — 1978Kon­rek­tor Friedrich Eck­es
 1978 — 1984Wil­helm A. Schön­herr
 1984 — heuteMar­git Schlot­ter­beck und Peter Bar­ber

 

 

Verwendete Quellen

Archiv der Pfar­rei St. Michael zu Ober-Ingel­heim; aus­gew­ertet von W.A.Schönherr

Döry, Lud­wig, Drei Mainz­er Barock­altäre, Mainz­er Zeitschrift (Mit­telrh. Jahrb. Archäol. Kun­st u. Gesch.) 73/74, 61–85, 1979

Hell­riegel, Lud­wig, Rund um den Großwin­tern­heimer Kirch­turm. in: Beitr. Gesch. Ingel­heim, 28, 1978

Hell­riegel, Lud­wig, Doku­men­ta­tion “Wider­ste­hen und Ver­fol­gung” 1933 -1945

Jür­gens­meier, Fried­helm, Das Bis­tum Mainz, 2. Band der Beiträge zur Mainz­er Kirchengeschichte, Josef Knecht, FFM, 1988

Krämer, Philipp, Die Burgkirche zu Ober-Ingel­heim, Her­aus­gegeben von Pfar­rer Sey­er­le im Auf­trag des Vor­standes der Burgkirche, 1960

Krämer, Philipp, Ober-Ingel­heim; in: Beitr. Gesch. Ingel­heim, 5, 1954

Petry, Lud­wig, Der Ingel­heimer Grund vom Aus­gang des 14. bis zur Mitte des 19. Jahrhun­derts, in: Ingel­heim am Rhein, C. H. Boehringer Sohn, Ingel­heim am Rhein 1964

Schön­herr, Wil­helm A., Führer durch die Pfar­rei St. Michael. Her­aus­gegeben von dem katholis­chen Pfar­rge­mein­der­at der Pfar­rei St. Michael Ober-Ingel­heim, 1969

Saal­wächter, Andreas, Alt Ingel­heim. in: Beitr. Gesch. Ingel­heim, 9, 1958

Steitz, Hein­rich, Die Ref­or­ma­tion in Ingel­heim. in: Beitr. Gesch. Ingel­heim, 36, 1987

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