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Ökumenische Kerb Nieder-Ingelheim

Vielfalt statt Einfalt!
Nieder-Ingelheimer ökumenische Kirchweih vom 7. bis 9. September 2018

Ökumenische Kerb und Ökumenischer Gottesdienst zur Kirchweih

Plakat zur Ökumen. Kerb in Nieder-Ingelheim
Öku­men. Kerb in Nieder-Ingel­heim

Die Ingel­heimer Ker­be­jahrgänge sowie die Evan­ge­lis­che Saalkirchenge­meinde und die Katholis­che Kirche Ingel­heim laden wieder ein zur Mit­feier der Nieder-Ingel­heimer öku­menis­chen Kirch­weih vom 7. bis 9. Sep­tem­ber 2018

Unter dem Leit­wort und dem Mot­to: Vielfalt statt Ein­falt! sind alle Ingel­heimer Bürg­er ein­ge­laden, gle­ich welch­er Kon­fes­sions- und Reli­gion­szuge­hörigkeit, gle­ich welch­er Haut­farbe oder sozialem Sta­tus.

Die Kerb 2018 startet am Fre­itag, den 7.9.2018, um 17 Uhr mit dem Auf­stellen des Ker­be­baumes vor dem St. Kil­ian­haus. Um 19 Uhr wird in einem öku­menis­chen Gottes­di­enst der Ker­be­baum geseg­net und die Kerb im Bei­sein der Ingel­heimer Rotweinköni­gin offiziell eröffnet. Um 20 Uhr ist im Kil­ians­garten Live­musik mit „Mr. CLEAN“ der Rock­cover­band aus Ingel­heim und Umge­bung.

Am Sam­stag, den 8.9.2018, ist der Ker­be­platz um 17 Uhr offen. Ab 19 Uhr spielt die Gruppe Wet-Cor­ner Live­musik. Um 20 Uhr ist während­dessen die Über­gabe der Kerb an den Ker­be­jahrgang 98/99.

Am Son­ntag, den 9.9.2018, ist um 10 Uhr in der Remigiuskirche die Eucharistiefeier zur Kirch­weih. Der Öku­menis­che Gottes­di­enst zur Kirch­weih begin­nt um 11 Uhr im Kil­ians­garten. Anschließend ist Früh­schop­pen mit den Ingel­heimer Bläser­chören bei Leberk­lös-Essen, Kaf­fee und Kuchen, bun­tem Pro­gramm und vielem mehr.

Die Tra­di­tion von Kirch­weih, Kerbe, Ker­we, Kär­wä oder Kir­dog geht auf die alljährliche Feier des Wei­hetages der jew­eili­gen Kirche eines Dor­fes oder ein­er Stadt zurück. Dass die Kerbe-Feiern häu­fig im Spät­som­mer stat­tfind­en rührt daher, dass im christlichen Fes­tkalen­der für alle Kirchen, deren genauer Wei­hetag nicht mehr bekan­nt war und ist, ein Tag im Jahr als Wei­hetag fest­gelegt wurde. Im Bis­tum Mainz ist das in diesem Jahr der 6. Sep­tem­ber.

Durch Karl den Großen in dessen Kirch­weih-Ordo fest­gelegt feiert man auch im christlichen Abend­land und hier in Ingel­heim die Kerb und damit das nach Ostern, Pfin­g­sten und Wei­h­nacht­en wichtig­ste christliche Fest, welch­es ohne die jüdis­che Tra­di­tion im Chris­ten­tum nicht denkbar ist.

Das Kirch­wei­h­fest grün­det let­ztlich in der Wieder­auf­nahme der Gottes­di­en­ste im Jerusale­mer Tem­pel nach dessen Entwei­hung im Jahr 167 vor Chr. durch Anti­ochus Ephiphanes. Nach dem Sieg der Makkabäer über den Hel­lenis­mus war der Tem­pel wieder das religiöse und poli­tis­che Zen­trum des Juden­tums. In Erin­nerung daran wurde ein alljährlich stat­tfind­en­des Tem­pel­wei­h­fest einge­führt, das bis heute im jüdis­chen Chanukkafest fortlebt.

So wie die Feier der Wei­he des Jerusale­mer Tem­pels an den Auf­bau eines religiös und ethisch begrün­de­ten jüdis­chen Staates erin­nert, will auch die Feier der Wei­he der christlichen Kirchen den Focus auf den Sinn und Zweck des Christlichen Abend­lan­des richt­en und dies im Bewusst­sein der Men­schen ver­ankern: ein human­itäres, sol­i­darisches, nach­haltiges und gerecht­es Gemein­we­sen – im Biotop Erde, weltweit, in Europa, in Deutsch­land und in let­zter Kon­se­quenz in den Kirchenge­mein­den und in der Stadt­ge­meinde Ingel­heim.

Deshalb gilt der Ruf: „Auf zur Kerb“, denn Ziel auch der Nieder-Ingel­heimer öku­menis­chen Kerb ist die inhaltliche Annäherung und die daraus fol­gende Prax­is, dass kein­er sich abgeschot­tet wie auf ein­er Insel oder wie hin­ter Zäunen und Mauern ein­richt­en darf. Dies gilt für den einzel­nen Men­schen, jede Kom­mune, jede Kul­tur und Reli­gion, jede lokale Bevölkerung und jede Gesellschaft.

Vielfalt statt Ein­falt!
Und deshalb „Auf zur Kerb“ in die Otto­nen­straße, Ingel­heim.

Ger­hard Rühl